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Tabea Sauer

Medizinische Abtastung vom Hals eines Patienten

Untersuchungen zur Früherkennung: Vorsorge kann Lebensjahre schenken

By Allgemein

Ob Darmkrebs oder Diabetes, für viele Krankheiten gilt: Je früher sie erkannt werden, desto besser können sie behandelt werden. Erwachsene dürfen in Deutschland daher unterschiedliche Untersuchungen zur Früherkennung wahrnehmen.

 

Was zahlen die Krankenkassen?

Die chronisch lymphatische Leukämie (CLL) zählt zu den Krankheiten, die in frühen Stadien häufig keine Beschwerden verursachen. Ähnlich verhält es sich auch mit vielen anderen Krankheiten. Um bestimmte Leiden bestenfalls im Anfangsstadium entdecken zu können, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für ausgewählte Untersuchungen zur Früherkennung beziehungsweise Vorsorge.

Ein großer Teil der Angebote dient der Erkennung fünf verschiedener Krebsarten: Hautkrebs, Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Darmkrebs und Prostatakrebs. Sie haben eine Gemeinsamkeit: Eine frühe Behandlung kann dazu beitragen, dass Betroffene länger und besser leben können, als es bei einer späteren Diagnose der Fall wäre.

Weitere Informationen zur Kostenübernahme durch die Krankenkasse finden Sie auf der Seite des Krebsinformationsdienstes.

 

Ab wann darf ich die Untersuchungen wahrnehmen?

Die Teilnahme an den Untersuchungen ist freiwillig. Wann und wie oft Erwachsene einzelne Angebote wahrnehmen können, hängt von Geschlecht und Alter ab. Da beispielsweise Darmkrebs bei den meisten Patient:innen erst in späteren Lebensjahren auftritt, gibt es für diese Erkrankung ab 50 Jahren die ersten Angebote zur Früherkennung.

Allerdings: Das gesetzliche Programm zur Früherkennung ist für Personen ohne erhöhtes Erkrankungsrisiko gedacht. Im individuellen Fall können Untersuchungen eventuell auch früher oder häufiger in Anspruch genommen werden – beispielsweise, wenn bei Ihnen bereits eine bestimmte Krankheit vorliegt oder wenn Ihr Erkrankungsrisiko durch unterschiedliche Faktoren erhöht ist. Lassen Sie sich daher von Ihrem Behandlungsteam beraten, welche Untersuchungen zur Früherkennung für Sie medizinisch sinnvoll sind.

Eine Übersicht über mögliche Früherkennungsuntersuchungen finden Sie auf der Seite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

 

Schwarzer und weißer Hautkrebs

Alle zwei Jahre können sich Männer und Frauen ab 35 Jahren auf schwarzen und weißen Hautkrebs untersuchen lassen. Beim Hautkrebs-Screening suchen Expert:innen den gesamten Körper gezielt nach verdächtigen Hautstellen ab. Gut zu wissen: Neben Dermatolog:innen bieten auch einige geschulte Hausärzt:innen diese Untersuchung an.

 

Früherkennung von Darmkrebs

Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Zwei Untersuchungen können dabei helfen, einen Tumor so früh wie möglich zu erkennen.

Test auf Blut im Stuhl

Blutungen im Darmtrakt können auf einen Tumor hinweisen und mit einem Stuhltest nachgewiesen werden. Diese Untersuchung können Frauen und Männer im Alter zwischen 50 und 54 Jahren einmal pro Jahr wahrnehmen. Ab einem Alter von 55 Jahren ist der Stuhltest alle zwei Jahre möglich – vorausgesetzt, Sie haben bislang noch keine Darmspiegelung in Anspruch genommen.

Darmspiegelung

Bei der Darmspiegelung wird mithilfe einer Kamera der Dickdarm nach Tumoren und Polypen abgesucht. Frauen können ab einem Alter von 55 Jahren die Untersuchung erstmals wahrnehmen. Da Männer häufiger und in jüngeren Jahren erkranken, haben sie bereits ab 50 Jahren diese Möglichkeit.

Beiden Geschlechtern steht die Darmspiegelung zweimal im Abstand von mindestens zehn Jahren zu. Sind Sie bei der ersten Untersuchung bereits 65 Jahre oder älter, haben Sie Anspruch auf nur eine Untersuchung.

 

Angebote nur für Frauen

Ab einem Alter von 20 Jahren können Frauen jährlich ihre inneren und äußeren Geschlechtsorgane untersuchen lassen. Ist die Patientin älter als 30 Jahre, werden Frauen:ärztinnen zudem ihre Brust nach Auffälligkeiten abtasten.

Bis zum 35. Geburtstag wird bei der jährlichen Untersuchung ein Abstrich zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs (PAP-Abstrich) gemacht. Ab 35 Jahren erhalten Patientinnen neben der jährlichen gynäkologischen Untersuchung alle drei Jahre eine Kombinationsuntersuchung: Der Abstrich wird nicht nur auf Zellveränderungen untersucht, sondern es erfolgt zugleich ein Test auf Humane Papillom-Viren (HPV). Bestimmte HPV-Typen können das Risiko unter anderem für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs erhöhen. Zwischen 50 und 69 Jahren haben Frauen alle zwei Jahre einen Anspruch auf eine Mammografie. Die Röntgenaufnahme dient der Früherkennung von Brustkrebs.

HPV-Impfung für Jugendliche

Es gibt eine Impfung, die wirksam vor den gefährlichsten HPV-Typen schützt und damit das Risiko für diese Krebserkrankungen senkt. Mädchen (und Jungen) sollten im Alter von 9 bis 14 Jahren gegen HPV geimpft werden. Verpasste Impfungen sollten vor dem 18. Geburtstag nachgeholzt werden. Für den bestmöglichen Schutz sollte der Impfschutz bereits vor dem ersten sexuellen Kontakt bestehen.

 

Krebs-Früherkennung nur für Männer

Ab 45 Jahren wird Männern eine jährliche Untersuchung der Prostata angeboten, bei der die Drüse über den Enddarm abgetastet wird. Bei dem Termin werden Ärzt:innen zugleich den Genitalbereich untersuchen.

 

Weitere Untersuchungen zur Früherkennung

Neben den Angeboten zur Früherkennung verschiedener Krebsarten gibt es weitere Untersuchungen, die Sie einmalig oder regelmäßig in Anspruch nehmen können:

Gesundheits-Check-up

Beim Check-up sollen Herz-Kreislauf-Krankheiten, Nierenprobleme oder Diabetes Typ 2 möglichst früh entdeckt werden. Bereits in einem Alter zwischen 18 und 34 Jahren können junge Erwachsene für die Untersuchungen einmalig in ihrer Hausarztpraxis vorbeischauen. Ab 35 Jahren können Sie den Check-up alle drei Jahre wahrnehmen.

Ultraschall der Bauchaorta

Sie sind ein Mann und mindestens 65 Jahre alt? Dann könnte eine einmalige Ultraschalluntersuchung für Sie sinnvoll sein, um ein Aneurysma der Bauchschlagader zu entdecken. Dabei handelt es sich um eine krankhafte Ausbuchtung des Blutgefäßes. Diese kann reißen und akute Lebensgefahr auslösen.

Karies & Co. – Früherkennung beim Zahnarzt

Zweimal jährlich können Versicherte ab 18 Jahren eine zahnärztliche Kontrolluntersuchung wahrnehmen – und dabei ihr „Bonusheft“ abstempeln lassen. Bei den Terminen sucht Zahnärzt:innen Ihren Mund, Zähne und Zahnfleisch nach Anzeichen für Erkrankungen wie zum Beispiel Karies ab.

 

Zusammenfassung

Um bestimmte Erkrankungen so früh wie möglich behandeln zu können, dürfen gesetzlich Versicherte einmalig oder regelmäßig Untersuchungen zur Früherkennung in Anspruch nehmen. Bestenfalls können dadurch unter anderem diverse Krebserkrankungen bereits im Anfangsstadium entdeckt werden. Einige Angebote stehen bereits im jungen Erwachsenenalter zur Verfügung. Andere Untersuchungen, wie etwa die Darmkrebsfrüherkennung, sind in der Regel erst ab einem fortgeschritteneren Alter empfohlen – es sei denn, es liegen individuelle Risikofaktoren vor, die eine frühere Untersuchung sinnvoll machen.

Paar beim joggen

Sport bei Krebs: Welches Training passt zu mir?

By Allgemein

Bewegung kann sich in fast jedem Stadium der chronisch lymphatischen Leukämie (CLL) positiv auf das Wohlbefinden von Patient:innen auswirken. Wichtig ist dabei, eine Betätigung zu finden, die Ihnen Spaß macht – und die auf eventuell vorhandene Einschränkungen Rücksicht nimmt.

Fatigue verringern, Ängste lindern

Studien zufolge kann Sport bei Krebs für Betroffene unterschiedliche Vorteile haben. Die Bewegung verbessert nicht nur die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit, sondern kann darüber hinaus beispielsweise auch eine tumorbedinge Erschöpfung (Fatigue) verringern. Ebenso können Ängste und Depressionen, die mit einer Krebsdiagnose einhergehen können, durch Bewegung gelindert werden. Auf diese Weise kann regelmäßiger Sport auch bei Leukämie-Patient:innen dabei helfen, ihre Lebensqualität aufrechtzuerhalten oder zu verbessern.

Doch wie genau sollte die sportliche Betätigung aussehen? Idealerweise werden Ausdauer und Kraft gleichermaßen trainiert – und selbstverständlich darf zwischendurch die Erholung nicht zu kurz kommen. Versuchen Sie, mindestens zwei- bis dreimal pro Woche für jeweils 30 Minuten aktiv zu sein.

Mehr zum Thema Sport und Bewegung für Menschen mit CLL

Sport bei Leukämie: Fragen Sie Ihr Behandlungsteam um Rat

Eine pauschale Empfehlung, welche Art des Trainings für Menschen mit Krebs geeignet ist, gibt es nicht. Sprechen Sie daher vor der Aufnahme eines neuen Sportprogramms mit Ihrem Behandlungsteam. Es wird Ihnen dabei helfen, einen individuellen Trainingsplan zu erstellen, der auf Sport bei Leukämie sowie auf Ihren momentanen gesundheitlichen Zustand zugeschnitten ist.

Falls sich dieser Zustand ändert oder Sie eine neue Therapie beginnen, sollte auch der Trainingsplan daran angepasst werden. Eventuell kann ein gezielter Muskelaufbau nach einer Chemotherapie sinnvoll sein. In einigen Fällen wiederum kann eine Trainingspause medizinisch angeraten sein, zum Beispiel, wenn der Körper durch eine medikamentöse Behandlung vorübergehend stärker geschwächt ist.

Muskeln stärken: Therabänder und EMS

Mit Krafttraining lässt sich Muskelmasse aufbauen oder erhalten. Der Aufwand für ein effektives Workout ist überschaubar. So empfiehlt die World Health Organisation (WHO) mindestens zwei Einheiten pro Woche. Ein Fitnessstudio ist nicht zwingend nötig: Auch im heimischen Wohnzimmer lassen sich beispielsweise mit Hanteln, Therabändern oder dem eigenen Körpergewicht die wichtigsten Muskelgruppen trainieren. Lassen Sie sich von einer Trainerin oder einem Trainer passende Übungen zeigen, um das Risiko für Verletzungen zu minimieren.

Eine mögliche Alternative zum klassischen Kraftsport kann eventuell das sogenannte EMS-Training (Elektromuskelstimulation) sein, das in einigen Fitnessstudios oder Physiotherapiepraxen angeboten wird. Bei diesem Training werden Elektroden auf die Haut geklebt und die Muskeln durch niedrigen Reizstrom stimuliert, um sie zum Wachstum anzuregen. EMS-Training wird unter anderem in der Rehabilitation eingesetzt. Es kann sich beispielsweise für Patient:innen eignen, die körperlich geschwächt oder eingeschränkt sind.

Leukämie und Sport: aktiv an der frischen Luft

Walking ist wahrscheinlich die unkomplizierteste Art, die eigene Ausdauer zu stärken. Ein gutes paar Sportschuhe und eine dem Wetter angepasste Funktionskleidung reichen aus, um ein paar Runden durch den Park zu drehen. Dabei können die Streckenlänge und Geschwindigkeit flexibel an die tagesaktuelle Leistungsfähigkeit angepasst werden. Wer dabei auch die Muskeln im Oberkörper trainieren möchte, sollte Nordic Walking ausprobieren: Durch das Mitschwingen der Laufstöcke werden rund 90 Prozent unserer gesamten Körpermuskulatur aktiviert.

Eine weitere Möglichkeit, Ausdauer und Kraft an der frischen Luft zu trainieren, bieten Trimm-dich-Pfade. In vielen größeren Städten erlebt die Idee aus den 1970er Jahren momentan eine Wiedergeburt: Unter anderem in Parks oder Waldabschnitten führen Strecken an mehreren Stationen vorbei, die Bewegungsfreudige zum Mitturnen einladen. Mithilfe von Geräten oder Übungsanleitungen lassen sich beispielsweise die Muskeln kräftigen, die Ausdauer trainieren oder die Balance schulen. Eine moderne Variante dieser Trimm-dich-Pfade sind die sogenannten Seniorenspielplätze. Die jeweiligen Stationen liegen dabei näher beieinander und ermuntern zu altersgerechten Übungen.

Fußball und Tanzen: Für Ausdauer und Koordination

In der Gruppe zu trainieren, kann dazu motivieren, regelmäßig aktiv zu werden. Eventuell kann daher spezieller Rehasport für Krebspatient:innen eine Option für Sie sein. Doch auch andere Gruppensportarten sind möglich, sofern diese Ihren Bedürfnissen gerecht werden.

Wer beim klassischen Fußball wortwörtlich am Ball bleiben möchte, benötigt in der Regel eine gute Ausdauer. Eine etwas weniger anstrengende Variante ist Stand- oder Gehfußball. Die Regeln sind größtenteils die gleichen wie bei der klassischen Variante. Die wichtigste Ausnahme: Laufen – ob nun mit oder ohne Ball – ist verboten. Stattdessen bewegt sich die Mannschaft im Geh-Tempo vorwärts. Auch die Größe des Spielfeldes fällt kleiner aus.

Sie bewegen sich lieber zur Musik? Ob Standardtänze oder Zumba, die Bewegungen zum vorgegebenen Rhythmus trainieren die Ausdauer und schulen die Koordinationsfähigkeit. Eine entspannte Version ist das Sitztanzen, denn hier bleiben die Teilnehmenden auf ihrem Stuhl sitzen. Zur Musik wird gemeinsam eine feste Abfolge von Bewegungen, insbesondere des Oberkörpers, eingeübt.

Finden Sie Ihr Lieblingstraining

Allein oder im Team, zur Musik oder an der frischen Luft: Für jede Person gibt es die passende Sportart. Lassen Sie sich inspirieren!

Für Outdoor-Fans:

  • Wandern: Lassen Sie Ihre Gedanken schweifen, während unter anderem Herz, Kreislauf und Beinmuskeln aktiv sind.
  • Reiten: Der Sport fasziniert durch die einzigartige Verbindung zwischen Tier und Mensch – und schult nebenbei die Balance.
  • Schlittenlanglauf: Auf speziellen Loipen lassen sich verschneite Landschaften im Sitzen erkunden.
  • (Mini-)Golf: Für entspannte Bewegung sorgt das Schlendern von einem Loch zum nächsten.

Für Wassersportler:innen:

  • Rudern: Beim Gleiten über das Wasser werden Ausdauer, Kraft und Koordination trainiert.
  • Aqua Aerobic: Mit gezielten Übungen und einfachen Hilfsmitteln können Muskelgruppen in der Schwerelosigkeit gestärkt werden.

Für Musikliebhaber:innen:

  • Zumba: Bei der Kombination aus tänzerischen Elementen und Aerobic-Bewegungen geben lateinamerikanische Rhythmen den Takt an.
  • Piloxing: Das temporeiche Ganzkörpertraining verbindet Übungen aus Pilates und Boxen.
  • Line Dance: Fans der Country- und Westernmusik tanzen hier hinter- und nebeneinander möglichst synchron die gleichen Schrittfolgen.

Für Ballspieler:innen:

  • Prellball: Die Regeln ähneln dem Volleyball, jedoch wird der Ball durch das Prellen auf den Boden weitergegeben und über das niedrige Netz gespielt.
  • Tischtennis: Das schnelle Zuspielen des kleinen Balles trainiert Reaktionsvermögen und Gleichgewicht.

Für Entspannungssuchende:

  • Tai Chi: Die meditative Kampfkunst zeichnet sich durch langsame, fließende Bewegungen aus.
  • Yoga: Mit der richtigen Anleitung lassen sich die Übungen auf die eigene Bewegungsfähigkeit abstimmen.

Zusammenfassung

Sport ist bei Krebs ein wichtiger Baustein der Therapie: Durch das Training unter anderem von Kraft und Ausdauer können Sie aktiv dazu beitragen, Ihre körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten und Ihre Lebensqualität zu verbessern. Wichtig ist dabei jedoch, dass Sie eine Sportart finden, die zu Ihnen und Ihren Vorlieben passt. Krankheitsbedingte oder altersbedingte Einschränkungen müssen dabei kein Hindernis sein: Von vielen klassischen Sportarten gibt es Varianten, die auf Ihre individuellen körperlichen Voraussetzungen Rücksicht nehmen.