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Medizinische Abtastung vom Hals eines Patienten

Untersuchungen zur Früherkennung: Vorsorge kann Lebensjahre schenken

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Ob Darmkrebs oder Diabetes, für viele Krankheiten gilt: Je früher sie erkannt werden, desto besser können sie behandelt werden. Erwachsene dürfen in Deutschland daher unterschiedliche Untersuchungen zur Früherkennung wahrnehmen.

 

Was zahlen die Krankenkassen?

Die chronisch lymphatische Leukämie (CLL) zählt zu den Krankheiten, die in frühen Stadien häufig keine Beschwerden verursachen. Ähnlich verhält es sich auch mit vielen anderen Krankheiten. Um bestimmte Leiden bestenfalls im Anfangsstadium entdecken zu können, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für ausgewählte Untersuchungen zur Früherkennung beziehungsweise Vorsorge.

Ein großer Teil der Angebote dient der Erkennung fünf verschiedener Krebsarten: Hautkrebs, Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Darmkrebs und Prostatakrebs. Sie haben eine Gemeinsamkeit: Eine frühe Behandlung kann dazu beitragen, dass Betroffene länger und besser leben können, als es bei einer späteren Diagnose der Fall wäre.

Weitere Informationen zur Kostenübernahme durch die Krankenkasse finden Sie auf der Seite des Krebsinformationsdienstes.

 

Ab wann darf ich die Untersuchungen wahrnehmen?

Die Teilnahme an den Untersuchungen ist freiwillig. Wann und wie oft Erwachsene einzelne Angebote wahrnehmen können, hängt von Geschlecht und Alter ab. Da beispielsweise Darmkrebs bei den meisten Patient:innen erst in späteren Lebensjahren auftritt, gibt es für diese Erkrankung ab 50 Jahren die ersten Angebote zur Früherkennung.

Allerdings: Das gesetzliche Programm zur Früherkennung ist für Personen ohne erhöhtes Erkrankungsrisiko gedacht. Im individuellen Fall können Untersuchungen eventuell auch früher oder häufiger in Anspruch genommen werden – beispielsweise, wenn bei Ihnen bereits eine bestimmte Krankheit vorliegt oder wenn Ihr Erkrankungsrisiko durch unterschiedliche Faktoren erhöht ist. Lassen Sie sich daher von Ihrem Behandlungsteam beraten, welche Untersuchungen zur Früherkennung für Sie medizinisch sinnvoll sind.

Eine Übersicht über mögliche Früherkennungsuntersuchungen finden Sie auf der Seite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

 

Schwarzer und weißer Hautkrebs

Alle zwei Jahre können sich Männer und Frauen ab 35 Jahren auf schwarzen und weißen Hautkrebs untersuchen lassen. Beim Hautkrebs-Screening suchen Expert:innen den gesamten Körper gezielt nach verdächtigen Hautstellen ab. Gut zu wissen: Neben Dermatolog:innen bieten auch einige geschulte Hausärzt:innen diese Untersuchung an.

 

Früherkennung von Darmkrebs

Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Zwei Untersuchungen können dabei helfen, einen Tumor so früh wie möglich zu erkennen.

Test auf Blut im Stuhl

Blutungen im Darmtrakt können auf einen Tumor hinweisen und mit einem Stuhltest nachgewiesen werden. Diese Untersuchung können Frauen und Männer im Alter zwischen 50 und 54 Jahren einmal pro Jahr wahrnehmen. Ab einem Alter von 55 Jahren ist der Stuhltest alle zwei Jahre möglich – vorausgesetzt, Sie haben bislang noch keine Darmspiegelung in Anspruch genommen.

Darmspiegelung

Bei der Darmspiegelung wird mithilfe einer Kamera der Dickdarm nach Tumoren und Polypen abgesucht. Frauen können ab einem Alter von 55 Jahren die Untersuchung erstmals wahrnehmen. Da Männer häufiger und in jüngeren Jahren erkranken, haben sie bereits ab 50 Jahren diese Möglichkeit.

Beiden Geschlechtern steht die Darmspiegelung zweimal im Abstand von mindestens zehn Jahren zu. Sind Sie bei der ersten Untersuchung bereits 65 Jahre oder älter, haben Sie Anspruch auf nur eine Untersuchung.

 

Angebote nur für Frauen

Ab einem Alter von 20 Jahren können Frauen jährlich ihre inneren und äußeren Geschlechtsorgane untersuchen lassen. Ist die Patientin älter als 30 Jahre, werden Frauen:ärztinnen zudem ihre Brust nach Auffälligkeiten abtasten.

Bis zum 35. Geburtstag wird bei der jährlichen Untersuchung ein Abstrich zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs (PAP-Abstrich) gemacht. Ab 35 Jahren erhalten Patientinnen neben der jährlichen gynäkologischen Untersuchung alle drei Jahre eine Kombinationsuntersuchung: Der Abstrich wird nicht nur auf Zellveränderungen untersucht, sondern es erfolgt zugleich ein Test auf Humane Papillom-Viren (HPV). Bestimmte HPV-Typen können das Risiko unter anderem für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs erhöhen. Zwischen 50 und 69 Jahren haben Frauen alle zwei Jahre einen Anspruch auf eine Mammografie. Die Röntgenaufnahme dient der Früherkennung von Brustkrebs.

HPV-Impfung für Jugendliche

Es gibt eine Impfung, die wirksam vor den gefährlichsten HPV-Typen schützt und damit das Risiko für diese Krebserkrankungen senkt. Mädchen (und Jungen) sollten im Alter von 9 bis 14 Jahren gegen HPV geimpft werden. Verpasste Impfungen sollten vor dem 18. Geburtstag nachgeholzt werden. Für den bestmöglichen Schutz sollte der Impfschutz bereits vor dem ersten sexuellen Kontakt bestehen.

 

Krebs-Früherkennung nur für Männer

Ab 45 Jahren wird Männern eine jährliche Untersuchung der Prostata angeboten, bei der die Drüse über den Enddarm abgetastet wird. Bei dem Termin werden Ärzt:innen zugleich den Genitalbereich untersuchen.

 

Weitere Untersuchungen zur Früherkennung

Neben den Angeboten zur Früherkennung verschiedener Krebsarten gibt es weitere Untersuchungen, die Sie einmalig oder regelmäßig in Anspruch nehmen können:

Gesundheits-Check-up

Beim Check-up sollen Herz-Kreislauf-Krankheiten, Nierenprobleme oder Diabetes Typ 2 möglichst früh entdeckt werden. Bereits in einem Alter zwischen 18 und 34 Jahren können junge Erwachsene für die Untersuchungen einmalig in ihrer Hausarztpraxis vorbeischauen. Ab 35 Jahren können Sie den Check-up alle drei Jahre wahrnehmen.

Ultraschall der Bauchaorta

Sie sind ein Mann und mindestens 65 Jahre alt? Dann könnte eine einmalige Ultraschalluntersuchung für Sie sinnvoll sein, um ein Aneurysma der Bauchschlagader zu entdecken. Dabei handelt es sich um eine krankhafte Ausbuchtung des Blutgefäßes. Diese kann reißen und akute Lebensgefahr auslösen.

Karies & Co. – Früherkennung beim Zahnarzt

Zweimal jährlich können Versicherte ab 18 Jahren eine zahnärztliche Kontrolluntersuchung wahrnehmen – und dabei ihr „Bonusheft“ abstempeln lassen. Bei den Terminen sucht Zahnärzt:innen Ihren Mund, Zähne und Zahnfleisch nach Anzeichen für Erkrankungen wie zum Beispiel Karies ab.

 

Zusammenfassung

Um bestimmte Erkrankungen so früh wie möglich behandeln zu können, dürfen gesetzlich Versicherte einmalig oder regelmäßig Untersuchungen zur Früherkennung in Anspruch nehmen. Bestenfalls können dadurch unter anderem diverse Krebserkrankungen bereits im Anfangsstadium entdeckt werden. Einige Angebote stehen bereits im jungen Erwachsenenalter zur Verfügung. Andere Untersuchungen, wie etwa die Darmkrebsfrüherkennung, sind in der Regel erst ab einem fortgeschritteneren Alter empfohlen – es sei denn, es liegen individuelle Risikofaktoren vor, die eine frühere Untersuchung sinnvoll machen.

Paar beim joggen

Sport bei Krebs: Welches Training passt zu mir?

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Bewegung kann sich in fast jedem Stadium der chronisch lymphatischen Leukämie (CLL) positiv auf das Wohlbefinden von Patient:innen auswirken. Wichtig ist dabei, eine Betätigung zu finden, die Ihnen Spaß macht – und die auf eventuell vorhandene Einschränkungen Rücksicht nimmt.

Fatigue verringern, Ängste lindern

Studien zufolge kann Sport bei Krebs für Betroffene unterschiedliche Vorteile haben. Die Bewegung verbessert nicht nur die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit, sondern kann darüber hinaus beispielsweise auch eine tumorbedinge Erschöpfung (Fatigue) verringern. Ebenso können Ängste und Depressionen, die mit einer Krebsdiagnose einhergehen können, durch Bewegung gelindert werden. Auf diese Weise kann regelmäßiger Sport auch bei Leukämie-Patient:innen dabei helfen, ihre Lebensqualität aufrechtzuerhalten oder zu verbessern.

Doch wie genau sollte die sportliche Betätigung aussehen? Idealerweise werden Ausdauer und Kraft gleichermaßen trainiert – und selbstverständlich darf zwischendurch die Erholung nicht zu kurz kommen. Versuchen Sie, mindestens zwei- bis dreimal pro Woche für jeweils 30 Minuten aktiv zu sein.

Mehr zum Thema Sport und Bewegung für Menschen mit CLL

Sport bei Leukämie: Fragen Sie Ihr Behandlungsteam um Rat

Eine pauschale Empfehlung, welche Art des Trainings für Menschen mit Krebs geeignet ist, gibt es nicht. Sprechen Sie daher vor der Aufnahme eines neuen Sportprogramms mit Ihrem Behandlungsteam. Es wird Ihnen dabei helfen, einen individuellen Trainingsplan zu erstellen, der auf Sport bei Leukämie sowie auf Ihren momentanen gesundheitlichen Zustand zugeschnitten ist.

Falls sich dieser Zustand ändert oder Sie eine neue Therapie beginnen, sollte auch der Trainingsplan daran angepasst werden. Eventuell kann ein gezielter Muskelaufbau nach einer Chemotherapie sinnvoll sein. In einigen Fällen wiederum kann eine Trainingspause medizinisch angeraten sein, zum Beispiel, wenn der Körper durch eine medikamentöse Behandlung vorübergehend stärker geschwächt ist.

Muskeln stärken: Therabänder und EMS

Mit Krafttraining lässt sich Muskelmasse aufbauen oder erhalten. Der Aufwand für ein effektives Workout ist überschaubar. So empfiehlt die World Health Organisation (WHO) mindestens zwei Einheiten pro Woche. Ein Fitnessstudio ist nicht zwingend nötig: Auch im heimischen Wohnzimmer lassen sich beispielsweise mit Hanteln, Therabändern oder dem eigenen Körpergewicht die wichtigsten Muskelgruppen trainieren. Lassen Sie sich von einer Trainerin oder einem Trainer passende Übungen zeigen, um das Risiko für Verletzungen zu minimieren.

Eine mögliche Alternative zum klassischen Kraftsport kann eventuell das sogenannte EMS-Training (Elektromuskelstimulation) sein, das in einigen Fitnessstudios oder Physiotherapiepraxen angeboten wird. Bei diesem Training werden Elektroden auf die Haut geklebt und die Muskeln durch niedrigen Reizstrom stimuliert, um sie zum Wachstum anzuregen. EMS-Training wird unter anderem in der Rehabilitation eingesetzt. Es kann sich beispielsweise für Patient:innen eignen, die körperlich geschwächt oder eingeschränkt sind.

Leukämie und Sport: aktiv an der frischen Luft

Walking ist wahrscheinlich die unkomplizierteste Art, die eigene Ausdauer zu stärken. Ein gutes paar Sportschuhe und eine dem Wetter angepasste Funktionskleidung reichen aus, um ein paar Runden durch den Park zu drehen. Dabei können die Streckenlänge und Geschwindigkeit flexibel an die tagesaktuelle Leistungsfähigkeit angepasst werden. Wer dabei auch die Muskeln im Oberkörper trainieren möchte, sollte Nordic Walking ausprobieren: Durch das Mitschwingen der Laufstöcke werden rund 90 Prozent unserer gesamten Körpermuskulatur aktiviert.

Eine weitere Möglichkeit, Ausdauer und Kraft an der frischen Luft zu trainieren, bieten Trimm-dich-Pfade. In vielen größeren Städten erlebt die Idee aus den 1970er Jahren momentan eine Wiedergeburt: Unter anderem in Parks oder Waldabschnitten führen Strecken an mehreren Stationen vorbei, die Bewegungsfreudige zum Mitturnen einladen. Mithilfe von Geräten oder Übungsanleitungen lassen sich beispielsweise die Muskeln kräftigen, die Ausdauer trainieren oder die Balance schulen. Eine moderne Variante dieser Trimm-dich-Pfade sind die sogenannten Seniorenspielplätze. Die jeweiligen Stationen liegen dabei näher beieinander und ermuntern zu altersgerechten Übungen.

Fußball und Tanzen: Für Ausdauer und Koordination

In der Gruppe zu trainieren, kann dazu motivieren, regelmäßig aktiv zu werden. Eventuell kann daher spezieller Rehasport für Krebspatient:innen eine Option für Sie sein. Doch auch andere Gruppensportarten sind möglich, sofern diese Ihren Bedürfnissen gerecht werden.

Wer beim klassischen Fußball wortwörtlich am Ball bleiben möchte, benötigt in der Regel eine gute Ausdauer. Eine etwas weniger anstrengende Variante ist Stand- oder Gehfußball. Die Regeln sind größtenteils die gleichen wie bei der klassischen Variante. Die wichtigste Ausnahme: Laufen – ob nun mit oder ohne Ball – ist verboten. Stattdessen bewegt sich die Mannschaft im Geh-Tempo vorwärts. Auch die Größe des Spielfeldes fällt kleiner aus.

Sie bewegen sich lieber zur Musik? Ob Standardtänze oder Zumba, die Bewegungen zum vorgegebenen Rhythmus trainieren die Ausdauer und schulen die Koordinationsfähigkeit. Eine entspannte Version ist das Sitztanzen, denn hier bleiben die Teilnehmenden auf ihrem Stuhl sitzen. Zur Musik wird gemeinsam eine feste Abfolge von Bewegungen, insbesondere des Oberkörpers, eingeübt.

Finden Sie Ihr Lieblingstraining

Allein oder im Team, zur Musik oder an der frischen Luft: Für jede Person gibt es die passende Sportart. Lassen Sie sich inspirieren!

Für Outdoor-Fans:

  • Wandern: Lassen Sie Ihre Gedanken schweifen, während unter anderem Herz, Kreislauf und Beinmuskeln aktiv sind.
  • Reiten: Der Sport fasziniert durch die einzigartige Verbindung zwischen Tier und Mensch – und schult nebenbei die Balance.
  • Schlittenlanglauf: Auf speziellen Loipen lassen sich verschneite Landschaften im Sitzen erkunden.
  • (Mini-)Golf: Für entspannte Bewegung sorgt das Schlendern von einem Loch zum nächsten.

Für Wassersportler:innen:

  • Rudern: Beim Gleiten über das Wasser werden Ausdauer, Kraft und Koordination trainiert.
  • Aqua Aerobic: Mit gezielten Übungen und einfachen Hilfsmitteln können Muskelgruppen in der Schwerelosigkeit gestärkt werden.

Für Musikliebhaber:innen:

  • Zumba: Bei der Kombination aus tänzerischen Elementen und Aerobic-Bewegungen geben lateinamerikanische Rhythmen den Takt an.
  • Piloxing: Das temporeiche Ganzkörpertraining verbindet Übungen aus Pilates und Boxen.
  • Line Dance: Fans der Country- und Westernmusik tanzen hier hinter- und nebeneinander möglichst synchron die gleichen Schrittfolgen.

Für Ballspieler:innen:

  • Prellball: Die Regeln ähneln dem Volleyball, jedoch wird der Ball durch das Prellen auf den Boden weitergegeben und über das niedrige Netz gespielt.
  • Tischtennis: Das schnelle Zuspielen des kleinen Balles trainiert Reaktionsvermögen und Gleichgewicht.

Für Entspannungssuchende:

  • Tai Chi: Die meditative Kampfkunst zeichnet sich durch langsame, fließende Bewegungen aus.
  • Yoga: Mit der richtigen Anleitung lassen sich die Übungen auf die eigene Bewegungsfähigkeit abstimmen.

Zusammenfassung

Sport ist bei Krebs ein wichtiger Baustein der Therapie: Durch das Training unter anderem von Kraft und Ausdauer können Sie aktiv dazu beitragen, Ihre körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten und Ihre Lebensqualität zu verbessern. Wichtig ist dabei jedoch, dass Sie eine Sportart finden, die zu Ihnen und Ihren Vorlieben passt. Krankheitsbedingte oder altersbedingte Einschränkungen müssen dabei kein Hindernis sein: Von vielen klassischen Sportarten gibt es Varianten, die auf Ihre individuellen körperlichen Voraussetzungen Rücksicht nehmen.

blog cll basiswissen

Das sollten Sie über CLL wissen

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Was ist die chronische lymphatische Leukämie (CLL) für eine Art Krankheit? Wen trifft sie? Wie verläuft sie, wie wird sie entdeckt und wie wird sie behandelt? Und ist es möglich, sich davor zu schützen? Um diese Fragen geht es im folgenden Text.

Was passiert im Körper bei einer CLL?

Bei einer CLL werden zu viele krankhafte weiße Blutzellen gebildet. Betroffen ist ein bestimmter Typ der weißen Blutzellen, die sogenannten B-Lymphozyten (B-Zellen). Die bei einer CLL gebildeten funktionsunfähigen B-Zellen finden sich im Knochenmark, in der Milz und den Lymphknoten, aber auch im Blut. Mit der Zeit sammeln sich an diesen Orten immer mehr krankhaft veränderte Zellen an.

Dadurch werden zunehmend die Produktion gesunder Blutzellen sowie die Gesundheit von Organen und deren Funktion beeinträchtigt.

Mehr zur Krankheit CLL

Wer ist von CLL betroffen?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Die chronische lymphatische Leukämie ist die häufigste sogenannte leukämische Erkrankung in Mitteleuropa. Jährlich treten ungefähr 5.600 Neuerkrankungen in Deutschland auf.

Menschen mit CLL weisen ein hohes Erkrankungsalter auf. Das mittlere Erkrankungsalter bei CLL in Deutschland lag in den Jahren 2012 bis 2014 bei 72 Jahren bei Männern und 75 Jahren bei Frauen. Es können jedoch auch deutlich jüngere Menschen betroffen sein.

Ein leicht erhöhtes Risiko, an einer CLL zu erkranken, besteht für Menschen, die Verwandte ersten Grades haben, die zuvor bereits erkrankt sind.

Wie verläuft eine CLL?

Die chronische lymphatische Leukämie verläuft je nach Patient:in unterschiedlich. Meist schreitet sie nur sehr langsam voran. In Europa wird zur Bestimmung des Verlaufs das dreistufige Modell der sogenannten Binet-Stadien verwendet. Patient:innen in den frühen Stadien Binet A und B haben häufig keine Beschwerden. Es kann sein, dass Patient:innen viele Jahre lang im gleichen Binet-Stadium bleiben. Symptome treten vermehrt erst im Stadium C auf. Aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters haben viele Betroffene allerdings auch Begleiterkrankungen.

Was sind typische Symptome einer CLL?

Ein typisches Symptom einer CLL ist das Anschwellen der Lymphknoten, das durch die Ansammlung der krankhaften B-Zellen entsteht. Weitere allgemeine Symptome sind zum Beispiel Fieber (ohne gleichzeitige Infektion); Nacht­schweiß oder Gewichts­verlust sind ebenfalls möglich. Einige Menschen mit CLL zeigen lebenslang keine Symptome.

Mehr zum Umgang mit Symptomen

Wie wird eine CLL entdeckt?

Häufig wird eine CLL bei routinemäßigen Untersuchungen entdeckt, speziell in Verbindung mit Blutuntersuchungen. Meist fällt dabei eine erhöhte Anzahl von weißen Blutkörperchen auf. Oft verspüren Patient:innen zu diesem Zeitpunkt jedoch noch keine Beschwerden. Der Verdacht auf eine CLL lässt sich im Anschluss durch weitere Blutuntersuchungen bestätigen oder entkräften.

Wie wird eine CLL behandelt?

Eine chronische lymphatische Leukämie ist mit Medikamenten nach aktuellem Wissensstand nicht heilbar. Sie lässt sich inzwischen aber auch in fortgeschrittenen Stadien häufig gut kontrollieren.

Nach der Diagnose CLL stellt sich erst einmal die Frage, ob überhaupt bereits behandelt werden sollte. In frühen Phasen der Erkrankung, wenn noch keine Beschwerden oder andere Hinweise auf ein schnelles Fortschreiten der Krankheit vorliegen, kann zunächst eine Phase beginnen, in der der Zustand der Patient:innen lediglich engmaschig kontrolliert wird. Diese sogenannte „Watch and Wait“-Phase kann Jahre dauern.

Wird die Therapie einer CLL nötig, so sind die Chemoimmuntherapie und zielgerichtete Therapien mögliche Behandlungsoptionen. Laut der aktuellen medizinischen Leitlinie werden zunehmend gezielte Inhibitoren eingesetzt, die in die Signalübertragung an die erkrankten Zellen oder in die Regulation des programmierten Zelltodes eingreifen.

Eine weitere, äußerst seltene Möglichkeit zur Bekämpfung der CLL, ist die allogene Stammzelltransplantation. Es kommen allerdings nur sehr wenige Patient:innen für diese Therapie in Frage.

Zahlt die Krankenkasse die CLL-Behandlung?

Über die Kosten einer CLL-Behandlung müssen sich Betroffene keine Gedanken machen. Die vom Behandlungsteam festgelegte Therapie wird in der Regel von der gesetzlichen oder privaten Krankenkasse bezahlt.
Mehr zu Recht, Soziales & Beruf

Ist es möglich, sich vor einer CLL zu schützen?

Die Frage nach dem möglichen Schutz vor einer CLL lässt sich recht einfach beantworten: Es gibt bislang keine Erkenntnisse, dass sich Maßnahmen zur Vorsorge vor einer CLL treffen lassen. Der Grund ist, dass die Erkrankung durch Erbgutveränderungen ausgelöst wird, die bei der Bildung der Blutkörperchen im Knochenmark entstehen. Diese Veränderungen lassen sich nicht gezielt verhindern. Warum es zu diesen Genveränderungen kommt, ist bislang noch nicht abschließend geklärt und wird weiter intensiv erforscht.
Mehr zur Krankheit CLL

Wer kann CLL-Betroffenen bei der Bewältigung der Krankheit helfen?

Erste Ansprechpartner:innen in allen Fragen sollten die behandelnden Ärzt:innen sein. Es kann zudem hilfreich sein, sich von psychoonkologisch geschulten Expert:innen bei der mentalen Bewältigung der Krebserkrankung unterstützen zu lassen. Nicht unterschätzt werden sollte die Rolle, die Angehörige und Freund:innen im Fall einer Krebserkrankung spielen können.

Außerdem existieren diverse Selbsthilfeorganisationen und Patient:innenforen, in denen sich Menschen mit ähnlichen Krankheitserfahrungen finden lassen.

blog immunsystem staerken

Immunsystem und Krebs: Wie stärken Betroffene ihre Abwehrkräfte?

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Bei Menschen mit einer CLL-Erkrankung kann die Immunabwehr geschwächt sein. Sie sind dann anfälliger für Infektionskrankheiten. Es gibt aber eine Reihe von Maßnahmen, mit denen Betroffene das Infektionsrisiko minimieren und das Immunsystem stärken können.

CLL und das Immunsystem

Bei der CLL kommt es zu einer krankhaften Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen, der B-Lymphozyten (auch B-Zellen genannt). Gesunde B-Zellen sterben nach einer bestimmten Zeit wieder ab und werden durch neu produzierte Zellen ersetzt. Die krankhaften B-Zellen sterben jedoch nicht mehr von alleine ab, sondern sorgen durch Zellteilung für eine weitere Vermehrung dieser abnormalen Zellen. Dadurch sammeln sich die entarteten Zellen mit der Zeit vor allem in Blut, Knochenmark, Lymphknoten, der Milz und der Leber an.

Erfahre mehr über die chronische lymphatische Leukämie

Das führt dazu, dass die Bildung gesunder Blutzellen sowie die Gesundheit von Organen und deren Funktion in zunehmendem Maße beeinträchtigt wird. Gesunde B-Zellen spielen eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von Infektionen. Bei den entarteten Zellen ist diese Fähigkeit eingeschränkt. Die Folge sind unter anderem ein geschwächtes Immunsystem. Menschen mit CLL können dann anfälliger für Infekte sein. Darüber hinaus können auch bestimmte Krebstherapien, zum Beispiel eine Chemotherapie die Abwehrkräfte zusätzlich schwächen.

Infektionsschutz bei Krebs: Hygienemaßnahmen

Im Alltag können einfache Verhaltensregeln dazu beitragen, das Infektionsrisiko zu minimieren. Dazu gehören Hygienemaßnahmen wie zum Beispiel:

  • regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife, insbesondere nach jeden Toilettengang sowie bei der Zubereitung und dem Verzehr von Mahlzeiten.
  • Um eine Keimübertragung über Lebensmittel zu vermeiden, sollten Sie beispielsweise Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich waschen oder schälen.
  • Halten Sie Abstand zu erkrankten Personen.
  • Halten Sie Ihre Hände möglichst aus dem Gesicht fern.
  • Regelmäßiges Lüften

Immunsystem stärken: Was kann ich noch tun?

Neben den Maßnahmen zum Infektionsschutz können Sie einiges selbst tun, um ein geschwächtes Immunsystem zu stärken. Dazu gehören beispielsweise eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung im Alltag.

Ausgewogene Ernährung

Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung mit ausreichend Obst und Gemüse versorgt den Körper mit wertvollen Nährstoffen und erhöht unsere Leistungsfähigkeit – davon profitiert auch das Immunsystem. Zu einer ausgewogenen Ernährung gehört auch, ausreichend zu trinken – am besten 1,5 Liter kalorienarme Getränke, zum Beispiel Mineralwasser oder ungesüßte Tees. Eine gute Flüssigkeitsversorgung hält unter anderem die Schleimhäute in den Atemwegen feucht, wodurch Viren besser abtransportiert werden können. Vermeiden Sie Alkohol und Nikotin. Beide Stoffe beeinträchtigen die Funktion von Zellen und Organen und haben so einen negativen Einfluss auf die Immunabwehr.

Hier erfahren Sie mehr zum Thema Ernährung.

Bewegung an der frischen Luft

Wer regelmäßig körperlich aktiv ist, kann damit nicht nur die körperliche Fitness verbessern, sondern auch das Immunsystem stärken. Am besten geeignet sind leichte Ausdauersportarten wie Joggen, Walken oder Radfahren. Damit Sie sich nicht verausgaben und ein Training finden, dass optimal auf Ihren Gesundheitszustand abgestimmt ist, sprechen Sie am besten vorher mit Ihrem Behandlungsteam.

Noch besser ist es, wenn Sie die Trainingseinheiten an der frischen Luft absolvieren, denn diese sorgt für eine gute Sauerstoffsättigung. Das wiederum stärkt die Abwehrkräfte.8 Aber Vorsicht: Immer an den Sonnenschutz denken! Je nachdem, welche Medikamente eingenommen werden, kann Ihre Haut empfindlicher auf Sonneneinstrahlung reagieren. Einige Krebsmedikamente haben eine sogenannte photosensibilisierende Wirkung, das heißt, sie können eine gesteigerte Lichtempfindlichkeit auslösen. Ob das bei Ihrem Medikament der Fall ist, kann Ihnen Ihr Behandlungsteam beantworten.

Hier erhalten Sie Tipps zu Sport und Bewegung.

Heiß und kalt: Wechselduschen

Zugegeben, der Wechsel zwischen heißem und kaltem Wasser auf der Haut ist nicht jedermanns Sache. Die Überwindung kann sich aber lohnen, denn regelmäßig angewendet können Wechselduschen die Abwehrkräfte stärken. Sie bewirken, dass sich die Blutgefäße abwechselnd verengen und weiten und so die Durchblutung im ganzen Körper gefördert wird. Das kann den Effekt haben, dass Immunzellen schneller an einen Infektionsort gelangen. Gleiches gilt für Kneippbäder sowie Saunagänge. Allerdings können die Schwitzkuren auch belastend auf den Körper wirken. Es empfiehlt sich deshalb auch hier, vorab Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat zu fragen, ob der Saunabesuch in Ihrem Fall ratsam ist.

In Balance bleiben

Ausreichend Entspannung, Erholung und guter Schlaf sind eine Wohltat für unsere Immunabwehr. Stress hingegen sollten Sie nach Möglichkeit vermeiden. Wenn wir gestresst sind, schüttet unser Körper bestimmte Hormone, die sogenannten Stresshormone und weitere Botenstoffe aus. Das kann unter anderem auch das Immunsystem schwächen. Achten Sie darauf, im Alltag ausreichend Pausen einzulegen und nach Stressphasen für einen Ausgleich zu sorgen. Entspannungsübungen wie Yoga oder Autogenes Training können helfen.

Hier finden Sie Anleitungen und Hinweise zur Steigerung der Lebensqualität

Was tun bei Infektion und Fieber?

Bei aller Vorsicht kann es passieren, dass Sie sich eine Infektionskrankheit einfangen. Wenn Sie sich krank fühlen und/oder Fieber auftritt, sollten Menschen mit Krebs ihr Behandlungsteam informieren. Das gilt übrigens auch bei Infektionen nach Verletzungen, beispielsweise einer entzündeten Schnittverletzung. Ihre Ärztinnen und Ärzte können am besten beurteilen, welche Medikamente oder Hausmittel bei Ihnen gegen Fieber und andere Symptome ratsam sind. Generell sollten Sie sich im Krankheitsfall schonen, viel trinken und Kontakte zu anderen Personen meiden.

Zusammenfassung

Bei Menschen mit CLL kann durch die Erkrankung selbst oder die Krebstherapie die Immunabwehr geschwächt sein. Ein umfassender Impfschutz und Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen können das Infektionsrisiko verringern. Die körpereigenen Abwehrkräfte stärken Sie außerdem unter anderem durch eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ein Leben in Balance.

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Krebs und Reisen: Was müssen Menschen mit CLL beachten?

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In den Urlaub zu fahren ist eine perfekte Möglichkeit zu entspannen und Abstand vom Alltag zu gewinnen. Aber kann man auch mit Krebs reisen? Für Menschen mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) ist das mit der richtigen Vorbereitung möglich, sofern ihre Gesundheit es zulässt. Lesen Sie, was Sie dabei beachten müssen.

Urlaub als Krebspatient:in: Können Menschen mit CLL verreisen?

Grundsätzlich schließen sich Krebs und Reisen nicht aus. Wenn bei der Planung einige Faktoren berücksichtigt werden, kann der Urlaub auch für Krebskranke möglich sein:

  • In welchem Stadium befindet sich die CLL-Erkrankung?
    Falls eine (erneute) Behandlung in Kürze absehbar ist, sollten Sie eventuell auf eine längere Reise verzichten.
  • Wie ist der Allgemeinzustand der Krebspatient:in?
    Passen Sie das Aktivitätsniveau Ihrem Gesundheitszustand an und überfordern Sie sich nicht.
  • Befindet sich die Patient:in aktuell in medikamentöser Behandlung (Zielgerichte Therapie, Chemoimmuntherapie)?
    Dann denken Sie daran Ihre Medikamente in ausreichender Zahl mitzunehmen.
  • Befindet sich die Patient:in aktuell in der Phase „Watch and Wait“?
    Beachten Sie weiterhin Ihre regelmäßigen Kontrolltermine und sprechen eine mögliche Verschiebung zunächst mit Ihrem Behandlungsteam ab.
  • Gibt es Begleiterkrankungen, die mit Medikamenten behandelt werden?
    Auch hier sollte die Versorgung durch mitgeführte Medikamente oder mögliche Bezugnahme im Ausland organisiert sein.

Urlaub für Krebspatient:innen: Die Vorbereitung

Zur Urlaubsplanung mit einer chronisch lymphatischen Leukämie gehört es unbedingt mit dazu, mit Ihrem Behandlungsteam frühzeitig über Ihre Pläne zu sprechen. Das Team kennt Ihre individuelle Situation genau. Es kann einschätzen, ob Sie generell reisetauglich sind, ob Ihr Urlaubsziel angesichts ihres aktuellen Gesundheitszustandes die richtige Wahl ist und ob für den Urlaub als Krebspatient:in vorher zusätzliche medizinische Maßnahmen wie Impfungen notwendig sind.

Lassen Sie außerdem Ihr Thromboserisiko überprüfen, denn Krankheit und Behandlung können die Blutgerinnung beeinflussen. Bei einer Thrombose verschließt sich ein Blutgefäß durch ein Gerinnsel, sodass das Blut nicht mehr ungehindert hindurchfließen kann. Häufig sind die Beinvenen betroffen. Das kann beim Reisen mit Krebs vor allem bei langem Sitzen während der Reise zum Problem werden. Es besteht jedoch die Möglichkeit, ein eventuelles Risiko unter anderem durch Pausen mit kleinen Bewegungseinheiten sowie das Tragen von Kompressionsstrümpfen zu minimieren.

Reisen mit Krebs: Wie ist die medizinische Versorgung vor Ort?

Der folgende Punkt ist nicht nur für den Urlaub als Krebspatient:in wichtig, denn jedem kann es unterwegs passieren, dass man schnell medizinisch versorgt werden muss. Klären Sie deshalb vor der Reise die medizinische Versorgung am Urlaubsziel ab: Wo befinden sich dort Krankenhäuser, Arztpraxen sowie Apotheken? Wenn Sie ins fremdsprachige Ausland reisen: Gibt es vor Ort vielleicht sogar deutschsprachige Medizin:innen?

Fragen Sie vor Auslandsreisen außerdem bei Ihrer Krankenkasse ab, ob und in welchem Umfang sie eventuell anfallende Behandlungskosten im Ausland übernimmt.

Infektionsschutz durch Impfung

Für die Einreise in einige Länder sind spezielle Reiseschutzimpfungen notwendig, beziehungsweise sie werden empfohlen. Zum Beispiel empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch Instituts die Impfung gegen Hepatitis A und B. Ein vollständiger Impfschutz mit allen empfohlenen Standardimpfungen ist vor allem für Menschen mit CLL wichtig. Denn durch die Erkrankung ist bei Betroffenen die Immunabwehr gestört. Das bedeutet, sie können anfälliger für Infekte sein. Um das Infektionsrisiko beim Reisen mit Krebs zu minimieren, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Impfungen bei Ihnen notwendig oder ratsam sind.

Lesen Sie hier mehr zum Thema Impfungen bei CLL-Erkrankung: Corona-Impfung bei CLL

Beachten Sie: Bei einigen Impfungen, zum Beispiel gegen Hepatitis B, sind mehrere Impfdosen notwendig, um eine vollständige Immunisierung aufzubauen. Außerdem kann es mehrere Wochen dauern, bis sich die komplette Schutzwirkung entfaltet. Das sollten Sie rechtzeitig vor der Reise berücksichtigen und zeitlich einplanen.

Infektionsschutz durch Hygiene und Schutzmaßnahmen

Wie gut wir vor Infektionen geschützt sind, hängt nicht nur vom Impfstatus ab. Auch Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen mit Seife tragen dazu bei, das Infektionsrisiko gering zu halten. Insbesondere im außereuropäischen Ausland kann es sein, dass Leitungswasser nicht zum Trinken geeignet ist. Es kann Krankheitserreger enthalten, die Durchfallerkrankungen auslösen können. Nutzen Sie deshalb für das Zähneputzen sowie das Vor- und Zubereiten von Lebensmitteln in Flaschen abgefülltes Wasser aus dem Supermarkt. Lebensmittel sollten Sie nur gut durchgegart (gekocht, gegrillt oder gebraten) sowie Obst und Rohkost nur geschält verzehren.

Vor Insektensticken, zum Beispiel in einem Malariagebiet, können Sie sich schützen, indem Sie hochwirksame Moskitomittel, ein imprägniertes Moskitonetz und Kleidung mit stichfestem oder imprägniertem Stoff nutzen.

An den Sonnenschutz denken!

Dass ausgedehnte Sonnenbäder nicht gesund für die Haut sind, ist bekannt. Beim Reisen für Krebskranke kommt hier aber noch ein weiterer Faktor hinzu. Denn je nachdem, welche Medikamente eingenommen werden, kann Ihre Haut empfindlicher auf Sonneneinstrahlung reagieren. Einige Krebsmedikamente haben eine sogenannte photosensibilisierende Wirkung. Das heißt, sie können eine gesteigerte Lichtempfindlichkeit auslösen. Durch die Lichteinwirkung wird die Haut stärker geschädigt als es ohne Krebstherapie der Fall wäre. Es kommt zu sonnenbrandähnlichen Hautirritationen. Ob Ihr Medikament eine photosensibilisierende Wirkung hat, können Ihnen Ihre Ärzt:innen beantworten. Packen Sie aber in jedem Fall für den Sommerurlaub ausreichend Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und hautbedeckende Kleidung ein. Wenn Sie Hautirritationen bemerken – auch außerhalb des Urlaubs – informieren Sie sofort Ihr Behandlungsteam.

Urlaubsplanung mit CLL: Medikamente auf Reisen

Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, ist es wichtig, dass Sie diese (inklusive Beipackzettel) auch während des Urlaubs in ausreichender Menge dabeihaben. Auch das sollten Sie mit Ihrem Behandlungsteam mit genügend Vorlauf zum Reisebeginn abklären. Ihre Ärztinn:en können Ihnen außerdem Informationen dazu geben, ob Sie beim Transport oder bei der Aufbewahrung der Medikamente zusätzlich etwas beachten müssen, zum Beispiel ob die Mittel hitze- oder kälteempfindlich sind.

Lassen Sie sich zusätzlich eine Bescheinigung über Ihre Erkrankung und die nötige Medikation geben, damit Sie bei Zollkontrollen die medizinische Notwendigkeit der Arzneimittel nachweisen können. Für den Fall, dass Sie ins fremdsprachige Ausland reisen, sollte das Dokument auch in Englisch verfasst sein, damit es nicht zu Missverständnissen kommt. Wenn Sie unsicher sind, was Sie bei der Mitnahme von Medikamenten in ein bestimmtes Land beachten müssen, können Sie sich ans Auswärtige Amt, die Fluggesellschaft oder an die Botschaft des Reiselandes in Deutschland wenden.

Wichtige Dokumente, die Sie zusätzlich mitnehmen sollten

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Europäische Krankenkassenkarte
  • Impfausweis (evtl. in Kopie)
  • falls vorhanden: europäischer Notfallausweis oder Behindertenausweis

Zusammenfassung

Grundsätzlich ist ein Urlaub auch für Krebskranke möglich. Bei Menschen mit chronischer lymphatischer Leukämie kommt es auf das Krankheitsstadium, die Art der Therapie und den Allgemeinzustand der Patient:innen  an. Wichtig ist eine gute Urlaubsplanung. Betroffene, die eine Reise vorhaben, sollten sich zuvor mit ihrem Behandlungsteam abstimmen, ob sie reisetauglich sind und welche Vorbereitungen notwendig sind, beispielsweise eine ausreichende Versorgung mit Medikamenten sowie bestimmte Impfungen.