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Weltblutkrebstag: Mythen im Faktencheck

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Etwa 42.000 Menschen (Stand 2023) erkranken in Deutschland pro Jahr neu an Blutkrebs.1 Am 28. Mai macht der jährliche Weltblutkrebstag auf die Herausforderungen für Betroffene und ihre Angehörigen aufmerksam.

Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) nimmt das Datum zum Anlass, um für die Registrierung neuer Stammzellspender:innen zu werben. Darüber hinaus soll der Tag auch dazu dienen, über die verschiedenen Erkrankungen aufzuklären, die unter dem umgangssprachlichen Begriff Blutkrebs zusammengefasst werden. Auch die chronische lymphatische Leukämie (CLL) zählt dazu.

Bis heute kursieren zu den Themen Blutkrebs und Leukämie viele Missverständnisse und Halbwahrheiten. Wir beleuchten gängige Mythen rund um die Erkrankung:

 

Ist Blutkrebs immer auch eine Leukämie?

Blutkrebs ist ein Überbegriff für verschiedene Arten von Krebserkrankungen, die Bestandteilen des Blutes oder des Lymphsystems betreffen. Dazu zählen unter anderem die Leukämien (wie die CLL), als bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems sowie die Lymphome, als Krebserkrankungen des lymphatischen Systems. Bestandteile des lymphatischen System sind unter anderem die Lymphknoten, die Mandeln und die Milz. Auch das Multiple Myelom (eine Krebserkrankung der Plasmazellen des Knochenmarks) wird umgangssprachlich als Blutkrebs bezeichnet.

Das heißt also: Jede Leukämie ist eine Form von Blutkrebs, aber längst nicht jeder Blutkrebs ist eine Leukämie.

 

Verläuft Blutkrebs immer aggressiv?

Nein, Blutkrebs bedeutet nicht automatisch einen schnellen Verlauf. Man unterscheidet unter anderem akute und chronische Formen von Blutkrebserkrankungen. Akut heißt, dass eine Erkrankungen plötz­lich auf­tritt und/oder schnell und aggressiv ver­laufen kann. Chronische Formen ent­wickeln sich dagegen eher lang­sam. Die CLL gehört zu den chronischen Formen und schreitet meist sehr langsam voran. Wenn Sie sich unsicher sind, wie der Verlauf Ihrer Erkrankung einzuschätzen ist, sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

 

Muss Blutkrebs immer sofort behandelt werden?

Ob eine Blutkrebserkrankung einen sofortigen Behandlungsbeginn erfordert, kommt auf die Art der Erkrankung und das Krankheitsstadium an. Es gibt auch sogenannte indolente Formen von Erkrankungen. Das bedeutet, dass sie sich in der Regel langsam und wenig aggressiv entwickeln. Es gibt Fälle, bei denen zunächst mit dem Beginn einer Therapie abgewartet werden kann und die in dieser Zeit lediglich engmaschig kontrolliert werden. Auch bei einigen Menschen mit einer CLL gibt es diese Möglichkeit unter bestimmten Bedingungen. Man spricht dann von „Watch and Wait“. Wenn Sie dafür in Frage kommen, wird Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin dies vorschlagen. Fragen Sie im Zweifel am besten nach.

 

Wird Blutkrebs immer mit einer Chemotherapie behandelt?

Nein. Die Therapie richtet sich in erster Linie nach Art und Voranschreiten der Erkrankung und der individuellen Situation der Betroffenen. Bei Blutkrebserkrankungen stehen eine Reihe von verschiedenen Therapien zur Verfügung. Gerade bei aggressiven Formen wie der akuten myeloischen Leukämie (AML) kann Chemotherapie eine mögliche Behandlung sein. Bei einer CLL wird die Chemotherapie hingegen heute nur noch in seltenen Einzelfällen eingesetzt. Wesentlich wichtiger sind heute die zielgerichteten Therapien.

 

Betrifft Blutkrebs nur Ältere?

Nein. Das Auftreten von Blutkrebserkrankungen ist grundsätzlich in jedem Alter möglich. Bei den meisten Arten von Blutkrebs steigt das Erkrankungsrisiko mit zunehmendem Alter. Bei der CLL liegt das Alter bei der Diagnose hingegen im Mittel bei 72 Jahren für Männer und 75 Jahren für Frauen.2 Umgangssprachlich wird die CLL daher gelegentlich als „Altersleukämie“ bezeichnet. Die akute lymphatische Leukämie (ALL) hingegen betrifft oft eher Kinder.

 

Ist Blutkrebs ansteckend?

Das lässt sich schnell beantworten: Nein, keine der verschiedenen Blutkrebserkrankungen ist ansteckend. Es braucht also niemand Angst vor dem Umgang mit Menschen mit Blutkrebs zu haben.

 

Wird Leukämie vererbt?

Das ist nicht so einfach zu beantworten. Ein höheres Risiko, im Lauf des Lebens an einer Leukämie zu erkranken, kann angeboren sein. Das ist jedoch selten. Bei den meisten Betroffenen liegt kein ererbter Fehler in der Erbsubstanz vor. In den meisten Fällen kann keine eindeutige Ursache gefunden werden. Bei der CLL gibt es Hinweise darauf, dass die Vererbung eine Rolle spielen kann.

 

Sollte man mit Blutkrebs noch Sport machen?

Die Antwort auf diese Frage sollte man im ärztlichen Gespräch klären. Grundsätzlich gilt, dass Krebspatient:innen fast immer von Sport profitieren. Es gibt zum Beispiel Hinweise, dass ein regelmäßiges, langsam aufgebautes und angepasstes Bewegungsprogramm Depressivität und Fatigue mindern könnte. Ein Pauschalrezept, wieviel Bewegung im Einzelfall gut ist, existiert natürlich nicht. Bei der Frage nach der passenden Sportart und Intensität sollte man sich am ärztlichen Rat orientieren und daran, worauf man Lust hat und was Spaß macht.
Auch bei einer CLL gilt: Bewegung kann sich in fast jedem Stadium der Erkrankung positiv auf das Wohlbefinden auswirken.

 

Betrifft Blutkrebs nur das Blut?

Nein. Bei Blutkrebserkrankungen können erkrankte Zellen – je nach Art der Erkrankung über den Blutkreislauf und das lymphatische System – in verschiedene Organe und Gewebe gelangen. Bei einer CLL können erkrankte Zellen im Blut, aber auch in den lymphatischen Organen (wie Lymphknoten und Milz) und im Knochenmark auftreten.

 

Zusammenfassung

Der Begriff „Blutkrebs“ klingt häufig erstmal erschreckend und bedrohlich. Doch dahinter verbergen sich viele unterschiedliche Arten von Erkrankungen. Einige schreiten nur sehr langsam voran. In manchen Fällen ist daher zunächst gar keine Behandlung nötig. Häufig werden unter dem Stichwort „Blutkrebs“ eine große Zahl von Erkrankungen in einen Topf geworfen. Kein Wunder, dass dazu viele Missverständnisse und Verallgemeinerungen kursieren. Umso wichtiger ist es für Betroffene, seriöse Informationen zu nutzen. Der Weltblutkrebstag am 28. Mai soll daher auch über die verschiedenen, unter diesem Begriff zusammengefassten Erkrankungen aufklären.

 

Quellen: 

1 Zentrum für Krebsregisterdaten, Krebs in Deutschland für 2021 – 2023, Berlin 2026, Online: https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_deutschland_2025.pdf (zuletzt abgerufen: 27.05.2026)

2 Zentrum für Krebsregisterdaten, Leukämien, Berlin 2024, Online: https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Leukaemien/leukaemien_node.html (zuletzt abgerufen: 27.05.2026)

 

DE-95531/05-2026

 

 

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Impfsaison startet: Was ist jetzt wichtig?

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Für Menschen mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) ist es besonders wichtig, Infektionen zu vermeiden. Denn häufig ist ihr Immunsystem geschwächt. Das erhöht die Infektneigung und das Risiko für schwere Verläufe.

Entsprechend bedeutsam ist es für sie, ihren Impfschutz aktuell zu halten. Vor Beginn der Grippewelle ist ein guter Zeitpunkt, ihn zu checken und zu ergänzen.

 

Wieso kann die Infektneigung bei Menschen mit CLL erhöht sein?

Die Gründe können in der Erkrankung selbst und auch in der Therapie liegen. Gesunde B-Lymphozyten (B-Zellen) spielen bei der Abwehr von Infektionen eine wichtige Rolle. Bei der CLL kommt es zu einer unkontrollierten Vermehrung von abnormalen B-Lymphozyten, die diese Funktion nur noch eingeschränkt wahrnehmen. Bei einer fortschreitenden CLL wächst die Zahl der veränderten B-Zellen so weit an, dass sie die gesunden B-Zellen in bestimmten Bereichen immer mehr verdrängen – und somit die Immunabwehr schwächen.

Hinzu kommt, dass bei CLL gängige Behandlungen – wie insbesondere die zielgerichteten Therapien – die körpereigene Abwehr zusätzlich unterdrücken können. Mehr Infos

 

Sollten sich Menschen mit CLL jährlich gegen Grippe (Influenza) impfen lassen?

Ja. Das empfiehlt die medizinische S3-Leitlinie zur Behandlung der CLL.

 

Bekommen Ältere einen anderen Influenzaimpfstoff?

Ja. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt, ab der Influenza-Saison 2025/2026 alle Personen im Alter ab 60 Jahren entweder mit einem wirkverstärkten Impfstoff (MF59-adjuvantierter Influenzaimpfstoff) oder einem Hochdosis-Influenzaimpfstoff zu impfen.

Der MF59-adjuvantierte Influenzaimpfstoff (zugelassen ab 50 Jahren) enthält sogenannte Adjuvantien (Hilfsstoffe), die die Wirkung verstärken. Der Hochdosis-Impfstoff (zugelassen ab 60 Jahren) enthält eine höhere Menge Antigen, also jener Virus-Bestandteile

Laut RKI haben sowohl der Hochdosis- als auch der MF-59-adjuvantierte Influenza-Impfstoff im Vergleich zu inaktivierten, Influenza-Standard-Impfstoffen eine geringfügig aber signifikant bessere Wirksamkeit bei Personen ab 60 Jahren.

 

Wann sollte die Grippe-Impfung am besten stattfinden?

Um rechtzeitig zu Beginn der Grippewelle geschützt zu sein, empfiehlt das RKI die Influenzaimpfung ab Oktober bis Mitte Dezember.

 

Welche Nebenwirkungen sind bei Influenzaimpfstoffen möglich?

Der Influenzaimpfstoff ist in der Regel gut verträglich. Da sich das Immunsystem mit dem Impfstoff auseinandersetzt, kann es zu vorübergehenden Impfreaktionen kommen – meist sind es Beschwerden wie bei einer Erkältung: Es können zum Beispiel Fieber, Frösteln oder Schwitzen, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- oder Gliederschmerzen auftreten. An der Einstichstelle kann es zu leichten Schmerzen, beziehungsweise einer Rötung und Schwellung kommen.

In der Regel klingen die Beschwerden jedoch innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder ab.

Beim Hochdosis-Impfstoff gegen Influenza können vermehrt lokale Nebenwirkungen an der Injektionsstelle (Schmerz, Rötung, Schwellung) auftreten. Auch diese Beschwerden sollten nach einigen Tagen von selbst verschwinden.

Wenn man sich gleichzeitig gegen Influenza und COVID-19 impfen lässt, können Impfreaktionen häufiger und eventuell intensiver auftreten als bei der getrennten Gabe der Impfstoffe.

 

Wird CLL-Patient:innen eine jährliche Impfung gegen COVID-19 empfohlen?

Die S3-Leitlinie zur Behandlung der CLL empfiehlt allen Menschen mit CLL grundsätzlich die Impfung gegen COVID-19 und die jährliche Auffrischungsimpfung.

Dabei sollte allerdings ein zeitlicher Abstand zur letzten COVID-19-Infektion eingehalten werden. Wenn Sie in den vergangenen Monaten an COVID-19 erkrankt waren, sollten Sie dies vor der Impfung erwähnen. Ob, beziehungsweise wann dann geimpft wird, ist eine ärztliche Einzelfallentscheidung.

 

Wieso werden gegen Grippe und COVID-19 jährliche Impfungen angeboten?

Influenzaviren verändern sich ständig und bilden neue Varianten. Das gilt auch für die Coronaviren (Fachbegriff SARS-CoV-2). Dadurch besteht die Möglichkeit, dass sich Menschen im Laufe ihres Lebens mehrfach mit Grippe und COVID-19 anstecken und erkranken. Daher ist es gerade für Menschen mit höherem Risiko für einen schweren Verlauf wichtig, ihren Impfschutz jährlich aufzufrischen.

Die Impfstoffe gegen Grippe und COVID-19 werden jährlich angepasst, entsprechend der voraussichtlich ab Herbst zirkulierenden Virus-Varianten. Die aktuellen Influenza-Impfstoffe richten sich gegen bestimmte Viren aus den Influenza-A- und Influenza-B-Virus-Stämmen. Die aktuellen COVID-19-Impfstoffe richten sich gegen Viren aus verschiedenen Untergruppen der Omikron-Variante.

 

Welche Impfungen sind noch wichtig?

Darüber, welche Impfungen Sie noch benötigen, und welcher Impfschutz aufgefrischt werden sollte, sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Die Entscheidung hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Wichtig sind unter anderem Ihr Alter und bereits erfolgte Impfungen.

Möglicherweise sind für Sie zum Beispiel Impfungen gegen Pneumokokken und/oder RSV (das Humane Respiratorische Synzytialvirus) nötig.

Pneumokokken können unter anderem schwere Infektionen wie Lungenentzündung, Blutvergiftung oder Hirnhautentzündung verursachen. Eine Infektion mit RSV kann ebenfalls zu einer schweren Lungenentzündung führen.

Weitere Informationen zum Infektionsschutz bei CLL finden Sie in diesem Artikel und in der Broschüre „Wie kann ich mein Immunsystem schützen?“ von AstraZeneca, die Sie hier herunterladen können.

 

Zusammenfassung

Mit Beginn der kalten Jahreszeit kommt es vermehrt zu Atemwegsinfektionen. Menschen mit CLL haben häufig ein geschwächtes Immunsystem und dadurch ein höheres Risiko für schwere Verläufe. Daher ist jetzt ist ein guter Zeitpunkt für Sie, Ihren Impfschutz zu prüfen und sich mit den für Sie empfohlenen Impfungen besser vor Infektionen zu schützen.

DE-87829/10-2025

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EHA-Kongress in Mailand: Neues aus der Hämatologie-Forschung

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Was gibt es Neues aus der Welt der Hämatologie? Darum ging es beim 30. Fachkongress EHA2025 in Mailand, einem der größten medizinischen Kongresse in Europa.

Veranstalter ist die European Hematology Association (EHA), ein internationaler Verband von Hämatolog:innen. Die Hämatologie beschäftigt sich unter anderem mit Erkrankungen des Blutes. Darunter fällt auch die chronische lymphatische Leukämie (CLL).

Beim EHA-Kongress 2025 standen erneut aktuelle Forschungsergebnisse bei zahlreichen Erkrankungen im Mittelpunkt. Auch auf dem Gebiet der CLL gab es Neuigkeiten.

Das Interesse der Fachwelt an der Veranstaltung war groß: Rund 17.000 Ärzt:innen und Forscher:innen aus Europa und aus aller Welt hatten sich für den viertägigen Kongress registriert. Dieser hat Mitte Juni als hybride Veranstaltung (also mit persönlicher Teilnahme und der Möglichkeit, sich online dazuzuschalten) in Mailand stattgefunden.

Die Themen beim EHA-Kongress 2025

Beim EHA-Kongress 2025 ging es unter anderem um die Themen:

  • neue, auf Studien basierende Diagnose- und Therapieansätze in der Hämatologie
  • die Vorstellung von mit Spannung erwarteten Daten aus klinischen Studien
  • der Einsatz innovativer Technologien wie etwa Künstlicher Intelligenz in der Hämatologie

Der jährliche EHA-Kongress dient Mediziner:innen, Forscher:innen und auch Patient:innen-Initiativen als zentraler Treffpunkt, um Information über wissenschaftliche Entdeckungen auszutauschen. Er bringt Expert:innen aus den verschiedensten Fachbereichen der Hämatologie bei Vorträgen, Präsentationen und Diskussionsrunden zusammen.

Insgesamt gab es 185 Sitzungen mit Vorträgen und Diskussionen. An den vier Kongresstagen wurden rund 2000 Poster gezeigt, das sind Zusammenfassungen wissenschaftlicher Studien in Kurzform.

Stichwort: zeitlich befristete CLL-Therapien

Auf dem Gebiet der CLL wurde unter anderem über die Erforschung der Wirkung zeitlich befristeter Therapien gesprochen. Dabei werden mehrere moderne Wirkstoffe kombiniert und für einen bestimmten Zeitraum verabreicht. Zu den sich daraus möglicherweise ergebenden neuen Behandlungsmöglichkeiten der CLL wird weiter intensiv geforscht.

Ziel: Patient:innen-Versorgung verbessern

Der EHA-Kongress 2025 hat den internationalen Teilnehmer:innen zahlreiche Gelegenheiten geboten, sich auszutauschen und zu vernetzen. Ein Ziel des Kongresses ist, neue Forschungsergebnisse zügig in die klinische Praxis einfließen zu lassen und so die Versorgung der Patient:innen verbessern.

 

Gedenken an Professor Binet

Auf dem Kongress wurde auch des im Dezember 2024 im Alter von 92 Jahren verstorbenen Professors Jacques-Louis Binet gedacht. Binet arbeitete jahrzehntelang auf den Gebieten Hämatologie, Immunologie und Onkologie und gilt als Pionier der Erforschung der CLL. Der Franzose beschrieb als erster die Stadien der CLL. Die in Europa gebräuchliche Stadieneinteilung trägt heute seinen Namen (Binet-Stadien).

EHA-Kongress: von Frankfurt über Madrid nach Mailand

Die Veranstaltung in Mailand ist bereits der 30. EHA-Kongress. Er findet jährlich an wechselnden Standorten statt und hat sich inzwischen zu einem der größten europäischen Mediziner:innen-Kongresse entwickelt.

Nachdem der Kongress zu Beginn der Coronapandemie hatte pausieren müssen, wurde er in den folgenden Jahren in Wien, Frankfurt und 2024 in Madrid abgehalten. Im Juni 2026 wollen sich die Hämatologie-Expert:innen dann in der schwedischen Hauptstadt Stockholm treffen.

DE-84786/08-2025

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Patient:innenperspektive bei der CLL-Behandlung besser berücksichtigen: Ein neues Tool hilft

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Ergebnisse aus einem aktuellen Forschungsprojekt zeigen, dass CLL-Patient:innen sehr unterschiedliche Bedürfnisse im Rahmen ihrer Behandlung und Versorgung haben. Dies gilt auch für Patient:innen im Watch-and-Wait-Stadium.¹

Inzwischen ist die Auswahl an Therapiemöglichkeiten in der CLL deutlich gewachsen, und individuelle Behandlungspräferenzen gewinnen an Bedeutung. Die Behandlung und Versorgung zu finden, die zur jeweiligen Lebenssituation, zu den Wünschen und Zielen der Betroffenen am besten passt, kann eine Herausforderung sein.

Um Patient:innen besser am Versorgungsgeschehen teilhaben zu lassen, wurde ein neues digitales Befragungstool entwickelt, das bei der Entscheidungsfindung helfen soll: der PBI-CLL.2 PBI steht dabei für Patient Benefit Index.

Entstanden ist der PBI-CLL aus einer gemeinsamen Forschungskooperation mit Wissenschaftler:innen des Instituts für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (IVDP Hamburg), Kliniker:innen und Patient:innen.

 

Was sind PROMs?

Der PBI-CLL zählt zu den sogenanntes PROMs. Die Abkürzung steht für „Patient-Reported Outcome Measurements“, also „durch Patient:innen berichtete Ergebnisse von Behandlungen“. PROMs nutzen standardisierte Fragebögen, die von Patient:innen ausgefüllt werden (zum Beispiel Fragebögen zur Erfassung der Lebensqualität).

 

Was ist neu am PBI-CLL?

Patient:innen können beim PBI-CLL mit ihren Angaben auch ausdrücken, was ihnen im Vorfeld der Therapieentscheidung wichtig ist und wie sie im Verlauf den Nutzen der Behandlung einschätzen. Ärzt:innen erhalten so ein umfassendes Bild der Bedürfnisse der Patient:innen, die über die rein medizinischen Aspekte hinausgehen.

Der PBI-CLL berücksichtigt dabei verschiedene Lebensbereiche wie Wohlbefinden, Alltagsaktivitäten sowie die Beziehung zum Behandlungsteam und damit Themen, die in der Routineversorgung oft zu kurz kommen.

Dies verbessert das sogenannte Shared Descision Making, also die gemeinsame Entscheidung von Ärzt:innen und Patient:innen über die Therapie und letztlich eine individuellere, patient:innenorientiertere Versorgung.

Der Aufbau des PBI-CLL

Der PBI-CLL besteht aus drei Modulen und enthält Fragen zu Therapiezielen und zu Wünschen an das Behandlungsergebnis sowie zu Wünschen hinsichtlich der Prozessqualität (etwa möglichst kurze Wartezeiten zu haben) und behandelt Therapiepräferenzen, zum Beispiel die Frage, ob die Patient:innen bei gleicher Wirksamkeit der Behandlung eher eine lang bewährte Therapie oder eine neue, innovative Therapie bevorzugen würden.

Wo ist der PBI-CLL abrufbar?

Der PBI-CLL steht ab sofort Hämato-Onkolog:innen und Patient:innen kostenfrei auf Deutsch und Englisch zur Verfügung.

Um die Entwicklung des PBI-CLL transparent zu machen, wurde eine umfassende wissenschaftliche Publikation im renommierten Journal „Patient Related Outcome Measures“ veröffentlicht. Das Befragungstool befindet sich aktuell in der Erprobungsphase. Dabei werden weitere Erkenntnisse zu Praktikabilität und Validität gesammelt.

 

Zusammenfassung

Klassische PROMs ermöglichen Rückschlüsse auf die Lebensqualität von Krebspatient:innen vor und während der Behandlung. Das Befragungstool PBI-CLL geht einen Schritt weiter.

Das neue Instrument soll dabei helfen, die individuellen Bedürfnisse, Erfahrungen und Präferenzen der Patient:innen besser zu verstehen und in die Behandlungsplanung einzubeziehen. Darüber hinaus unterstützt es Onkolog:innen dabei, im Behandlungsverlauf den individuellen Nutzen aus Sicht der Patient:innen zu erfassen.

Das Ziel ist eine bessere, auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmte Therapie und Versorgung der CLL-Patient:innen.

Quellen

1 https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12040787/

2 https://www.pbi-cll.de/de/pbi-cll

DE-83072/06-2025

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8 Fragen zu Infektionen: Erreger, Impfungen, Neuigkeiten

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In den ersten Monaten des Jahres 2025 haben Atemwegsinfektionen – allen voran die Grippe (Influenza) – wieder Hochkonjunktur. Menschen mit einer chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) sind besonders gefährdet, sich anzustecken und schwere Verläufe zu entwickeln. Hier einige aktuelle und grundsätzliche Fakten zu Infektionskrankheiten.

 

1. Warum sind Infektionen für Menschen mit CLL besonders gefährlich?

Das Immunsystem von Menschen mit CLL kann durch die Erkrankung und möglicherweise auch durch die Therapie geschwächt sein.

Aufgrund der CLL kommt es zu einer Vermehrung entarteter B-Zellen (weiße Blutkörperchen vom Typ der B-Lymphozyten). Diese verdrängen gesunde B-Zellen, die für die Bildung von Antikörpern zuständig sind und so dabei helfen, den Organismus vor Infektionen und anderen Krankheiten zu schützen.  Besonders bei Menschen mit fortgeschrittener CLL nimmt die Zahl der funktionsfähigen B-Zellen weiter ab.

Hinzu kommt, dass bei CLL gängige Behandlungen wie insbesondere die zielgerichteten Therapien die körpereigene Abwehr zusätzlich unterdrücken können.

Beides führt dazu, dass Menschen mit CLL anfälliger für Infektionskrankheiten sind als Gesunde. Außerdem besteht für sie das Risiko, dass die Infektionskrankheiten einen schweren Verlauf nehmen.

 

2. Welche Infektionskrankheiten kursieren Anfang 2025?

Das Robert Koch Institut (RKI) sieht die Grippewelle Mitte Februar 2025 auf ihrem Höhepunkt. Das RKI schätzt, dass zu diesem Zeitpunkt etwa 7,5 Millionen Deutsche unter einer akuten Atemwegserkrankung leiden. Das sei ein hohes Niveau, teilt das RKI mit.

Zu diesem Zeitpunkt grassierten Grippe (Influenza), Erkältungen (grippale Infekte) und auch noch COVID-19 und das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV). RSV-Infektionen können zu leichten, aber auch zu schweren Atemwegsinfektionen führen. Von RSV sind aktuell vor allem Kinder unter 5 Jahren betroffen. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem haben ein erhöhtes Risiko, schwer an RSV-Infektionen zu erkranken (siehe dazu Frage 3).

 

3. Gibt es neue Empfehlungen zum besseren Infektionsschutz von Menschen mit Erkrankungen wie CLL?

Ja. Die für Infektionen zuständige Fachgruppe der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) hat ihre Empfehlungen aktualisiert. Sie empfiehlt die Impfung gegen RSV bereits für junge Erwachsene, die von hämatologischen Erkrankungen, also Krebserkrankungen des blutbildenden Systems, betroffen sind. CLL ist eine solche Erkrankung.

Die drei 2023 und 2024 neu zugelassenen Impfstoffe gegen RSV sind aktuell zur Verwendung bei Menschen ab 60 Jahren, bei Risikogruppen ab 50 Jahren, zugelassen. Die DGHO betont, sie empfehle die Impfung trotzdem auch für jüngere Erwachsene mit geschwächtem Immunsystem, da bei ihnen der Nutzen das Risiko überwiegt.

Wenn Sie als erwachsener CLL-Betroffener noch nicht gegen RSV geimpft sind, sprechen Sie darüber am besten mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

RSV-Infektionen treten insbesondere in den Wintermonaten als Komplikation bei Menschen mit hämatologischen und onkologischen Erkrankungen auf (also bei Menschen mit Krebserkrankungen des blutbildenden Systems und anderen Krebserkrankungen) und können bei ihnen lebensbedrohlich werden.

 

4. Können Noroviren zu Gefahr werden?

Anfang 2025 gab es auffällig viele Erkrankungen durch Noroviren. Noroviren bewirken Magen-Darm-Erkrankungen. Sie beginnen zumeist plötzlich mit heftigem Durchfall, Übelkeit und schwallartigem Erbrechen. Dazu können Bauch- und Muskelschmerzen kommen und ein starkes Krankheitsgefühl. Die Beschwerden klingen meist nach 1 bis 2 Tagen vollständig wieder ab.  Für Risikogruppen kann besonders der Flüssigkeitsverlust gefährlich werden, der sich durch Erbrechen und Durchfall einstellen kann. Eine Impfung gegen Noroviren ist aktuell nicht möglich.

 

5. Was ist ein Krankenhauskeim?

Krankenhauskeime sind Mikroorganismen, mit denen sich Patient:innen im Rahmen einer Klinikbehandlung infizieren können und die schwere Infektionskrankheiten auslösen können. Der Fachbegriff dafür lautet Nosokomiale Erreger. Es handelt sich dabei um bestimmte Bakterien. Ihre Verbreitung wird gefördert durch mangelnde Hygiene und falsch angewendete Antibiotika.

Bekannt sind die sogenannten „ESKAPE“-Keime. Das sind Enterococcus faecium, Staphylococcus aureus, Klebsiella pneumoniae, Acinetobacter baumannii, Pseudomonas aeruginosa und Enterobacter-Arten. Diese können u.a. Harnwegsinfektionen, Lungenentzündungen oder Wundinfektionen auslösen.

Besonders gefährlich sind dabei Bakterien, die gegen Antibiotika resistent sind, sogenannte multiresistente Keime. Zu ihrer Bekämpfung ist häufig der Rückgriff auf wenige Reserveantibiotika nötig.

 

6. Wann spricht man von einer Superinfektion?

Von einer Superinfektion spricht man, wenn sich Menschen, die bereits an einer Infektion erkrankt sind, mit einem weiteren Erreger anstecken. Meist kommt zu einem Virusinfekt noch ein bakterieller Infekt hinzu. Weil die Erstinfektion den Körper schwächt, hat es der zweite Erreger häufig leichter, in den Körper einzudringen. Der zweite Infekt kann wesentlich schwerwiegender verlaufen als die ursprüngliche Erkrankung.

Es ist wichtig, eine Superinfektion rechtzeitig zu behandeln.

 

7. Helfen Antibiotika gegen Infektionskrankheiten?

Antibiotika sind nur gegen Bakterien wirksam. Sie helfen nicht gegen Viren. Dabei gibt es unterschiedliche Antibiotika-Gruppen: Manche töten die Erreger ab, andere hemmen ihr Wachstum. Zudem wirken sogenannte Breitbandantibiotika gegen viele Bakterien, während andere nur die Erreger bestimmter Infektionskrankheiten bekämpfen können.

Antibiotika falsch anzuwenden kann problematische Folgen haben. Wenn Antibiotika zum Beispiel zu früh abgesetzt oder unnötig verschrieben werden, können Bakterien gegen das Medikament resistent werden, und das Medikament kann seine Wirkung verlieren. Man spricht dann von multiresistenten Keimen: Längere und schwerere Krankheitsverläufe können die Folge sein.

Daher beachten Sie bei der Einnahme von Antibiotika immer die ärztlichen Hinweise und nehmen Sie keine noch vorhandenen Antibiotika „auf Verdacht“ ein.

 

8. Wie können sich Menschen mit CLL grundsätzlich vor Infektionen schützen?

Das Risiko, sich mit Infektionskrankheiten anzustecken und schwere Verläufe zu erleben, lässt sich senken. Wichtigste Vorsichtsmaßnahmen sind Impfungen und die Einhaltung der Hygieneregeln.

Die wichtigsten Hygieneregeln, gerade auch für Menschen mit CLL:

  • Abstand halten, speziell, wenn andere Menschen erkennbar erkrankt sind. Insbesondere in der Erkältungssaison Menschenmassen meiden.
  • Regelmäßig und gründlich Hände mit Seife waschen, besonders nach jeden Toilettengang sowie vor der Zubereitung und dem Verzehr von Mahlzeiten.
  • Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich waschen oder schälen.
  • In Alltagssituationen, in denen Abstand halten nicht möglich ist (etwa in vollen Bussen und Bahnen oder gut besuchten Wartezimmern), einen medizinischen Mund-Nase-Schutz tragen.
  • Regelmäßig lüften

Beim Impfen sollte man die Empfehlungen der STIKO beachten, sich aber im Einzelfall am besten immer ärztlichen Rat einholen. Die STIKO empfiehlt für Risikogruppen Impfungen gegen:

  • Grippe (Influenza) vorzugsweise ab Oktober bis Mitte Dezember (auch Angehörige)
  • Meningokokken
  • Pneumokokken
  • Keuchhusten
  • Herpes Zoster (ab einem Alter von 50 Jahren)
  • Menschen mit Immunschwäche – und Ihre Angehörigen – sollten vollständig gegen Covid-19 geimpft werden.

Während die STIKO die Impfung gegen RSV für Menschen mit Immunschwäche ab 60 Jahren empfiehlt, befürwortet die DGHO RSV-Impfungen für Immungeschwächte bereits für junge Erwachsene (siehe Frage 3).

 

Zusammenfassung

Die Gefahr, sich mit Infektionserkrankungen anzustecken, ist im Winterhalbjahr besonders hoch. Menschen mit geschwächtem Immunsystem stecken sich leichter an als Gesunde. Zudem haben sie ein erhöhtes Risiko, schwere Verläufe zu erleiden. Neben Atemwegserkrankungen kursieren Anfang des Jahres 2025 unter anderem auch Noroviren, die Magen-Darm-Erkrankungen auslösen.

Bei der Einnahme von Medikamenten sollte man den ärztlichen Rat befolgen. Falsch angewendete Antibiotika können zum Beispiel nicht nur wirkungslos sein, sondern Resistenzen dagegen fördern.

Gegen die Ansteckung mit vielen Infektionskrankheiten – beziehungsweise gegen schwere Verläufe – bieten Impfungen einen wirksamen Schutz. Relativ neu sind Impfungen gegen RSV. Idealerweise lassen Sie Ihren Impfstatus regelmäßig checken und bei Bedarf auf den neuesten Stand bringen.

Wichtig ist aber auch die Einhaltung der Hygieneregeln.

Nach der Erkältungssaison wird die Ansteckungsgefahr zwar geringer, sie besteht aber auch in den warmen Monaten. Daher sollten gerade Menschen mit geschwächtem Immunsystem das ganze Jahr über an den Infektionsschutz denken.

 

 

DE-80188/03-2025

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Grippesaison 2024/25: Darum ist Impfen jetzt wichtig

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In der Grippesaison 2023/24 hat das Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland bereits mehr als 200.000 Fälle von echter Grippe (Influenza) registriert.1 Eine Grippe kann leicht, in Einzelfällen aber auch lebensbedrohlich verlaufen. Besonders bei Menschen mit Risikofaktoren sind schwere Verläufe möglich. Die chronische lymphatische Leukämie (CLL) ist ein solcher Risikofaktor. Die jetzt wieder angebotene Impfung soll vor einer schweren Erkrankung (mit Komplikationen) schützen.

Bestimmte Risikogruppen können gleichzeitig mit der Grippeschutzimpfung ihren Impfschutz gegen die aktuelle COVID-19-Variante auffrischen („boostern“) lassen. In diesem Artikel geht es um diese beiden Impfungen und den Schutz vor Infektionen.

 

Wird speziell Menschen mit CLL die Impfung gegen Influenza empfohlen?

Ja. Die medizinische S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge für Patient*innen mit einer chronischen lymphatischen Leukämie (CLL)“, die zurzeit final  durch die Expert:innen abgestimmt wird, empfiehlt: Alle Patient:innen mit CLL sollten jährlich zwischen September und Dezember gegen Influenza geimpft werden.

 

Warum regelmäßig impfen?

Influenzaviren verändern sich ständig und bilden häufig neue Varianten. So besteht die Möglichkeit, dass sich Menschen im Laufe ihres Lebens mehrfach mit Grippeviren anstecken und erkranken.

Die Impfstoffe gegen Grippe (und auch gegen COVID-19) werden jährlich angepasst, entsprechend der aktuell zirkulierenden Virus-Varianten. Daher ist es gerade für Menschen mit höherem Risiko für einen schweren Influenza-Verlauf wichtig, ihren Impfschutz jährlich aufzufrischen, also zu aktualisieren.

 

Wer bekommt den Hochdosis-Impfstoff gegen Grippe?

Mit zunehmendem Alter nimmt die Leistungsfähigkeit des menschlichen Immunsystems ab. Das führt auch dazu, dass Impfungen weniger wirksam sein können als bei Jüngeren. Für Menschen über 60 steht bei der Grippe-Schutzimpfung daher ein sogenannter Hochdosis-Impfstoff zur Verfügung.

Studien haben gezeigt, dass Influenza-Hochdosis-Impfstoffe im Vergleich zu Standard-Impfstoffen laut RKI eine geringfügig aber signifikant bessere Wirksamkeit bei Senioren haben. Ein weiterer Impfstoff, der für Menschen ab 50 Jahren zugelassen ist, enthält Wirkverstärker (sogenannten Adjuvantien).

 

Welche Nebenwirkungen sind bei Grippe-Impfstoffen möglich?

Der Grippe-Impfstoff ist in der Regel gut verträglich. Da sich das Immunsystem mit dem Impfstoff auseinandersetzt, kann es zu vorübergehenden Impfreaktionen (meist Beschwerden wie bei einer Erkältung) kommen. Es können zum Beispiel Fieber, Frösteln oder Schwitzen, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- oder Gliederschmerzen auftreten. An der Einstichstelle kann es zu leichten Schmerzen, beziehungsweise einer Rötung und Schwellung kommen.

In der Regel klingen die Beschwerden jedoch innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder ab.

Beim Hochdosis-Impfstoff gegen Influenza können vermehrt lokale Nebenwirkungen an der Injektionsstelle (Schmerz, Rötung, Schwellung) auftreten. Auch diese Beschwerden verschwinden nach einigen Tagen von selbst.

Wenn man sich gleichzeitig gegen Influenza und COVID-19 impfen lässt, können Impfreaktionen häufiger und eventuell intensiver auftreten als bei der getrennten Gabe der Impfstoffe. Expert:innen empfehlen bei gleichzeitiger Impfung jeweils eine Impfung pro Arm.

 

Wie verbreitet sich die Grippe?

Grippeviren verbreiten sich vor allem durch Tröpfcheninfektion weiter, etwa wenn Erkrankte niesen, husten oder reden. Wenn andere Menschen diese Tröpfchen mit Viren einatmen, können sie sich ebenfalls infizieren. Außerdem kann es zur Weiterverbreitung über die sogenannte Schmierinfektion kommen. Das bedeutet, dass Erkrankte die Viren auf Gegenständen oder Flächen hinterlassen, zum Beispiel an Türklinken. Wer diese Bereiche berührt und sich dann mit der Hand ins Gesicht fasst, läuft Gefahr, dass die Viren über die Schleimhäute in den Körper eindringen und eine Infektion auslösen.

 

Wie kann man sich noch vor Grippe schützen?

Der beste Schutz vor einer Grippeerkrankung, beziehungsweise einem schweren Verlauf, ist die jährliche Impfung. Darüber hinaus empfehlen Expert:innen die Einhaltung von Hygieneregeln:

  • Gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife. Besonders nach Kontakt mit Erkrankten oder mit Gegenständen, die Erkrankte berührt haben.
  • Berühren Sie so wenig wie möglich mit Ihren Händen die Schleimhäute von Augen, Mund und Nase.
  • Händeschütteln sollte man meiden und Abstand zu niesenden oder hustenden Personen halten.
  • Engen Kontakt mit Erkrankten sollte man nach Möglichkeit meiden.
  • Auch wer bei Menschenansammlungen, zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln, freiwillig Maske trägt, mindert sein Infektionsrisiko.

 

Wird Menschen mit CLL auch die jährliche Auffrischungsimpfung gegen COVID-19 empfohlen?

Die S3-Leitlinie ist bei dieser Frage eindeutig: Sie empfiehlt allen Menschen mit CLL, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen. Außerdem sollten sie die erforderlichen Booster-Impfungen gegen COVID-19 einmal im Jahr bekommen.

Dabei sollte allerdings ein zeitlicher Abstand zur letzten COVID-19-Infektion eingehalten werden. Wenn Sie in den vergangenen Monaten an COVID-19 erkrankt waren, sollten Sie das also vor der Impfung erwähnen. Ob, beziehungsweise wann dann geimpft wird, ist dann eine ärztliche Einzelfallentscheidung.

 

Zusammenfassung

Die kalte Jahreszeit ist wieder die Hochsaison der Atemwegs-Erkrankungen. Menschen mit CLL haben in der Regel ein höheres Risiko, sich etwa mit Influenza-Erregern anzustecken und dann schwerer zu erkranken als gesunde. Impfungen sind der beste Schutz: gegen Grippe und COVID-19. Idealerweise kombiniert man die Impfungen mit Hygienemaßnahmen, um sich vor einer Ansteckung zu schützen.

 

Quellen:

  1. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2024/Ausgaben/42_24.pdf?__blob=publicationFile

DE-76464/11-24

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Präzisionsonkologie: Diese Mutationen sind wichtig bei CLL

By Allgemein

Die Behandlungsmöglichkeiten der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Das hat vor allem damit zu tun, dass die moderne Medizin die Erkrankung immer besser versteht. Dadurch wird es letztlich möglich, Therapien bei Patient:innen immer individueller und maßgeschneiderter anzuwenden – und das mit Hilfe der sogenannte Präzisionsonkologie. Aber wie funktioniert das im Einzelnen? Darum geht es in diesem Artikel.

Was heißt eigentlich Präzisionsonkologie?

Es gibt keine zwei identischen Krebserkrankungen. Jede/r Patient:in ist einzigartig, und jede CLL verläuft individuell.

Bei der Präzisionsonkologie, auch personalisierte Onkologie genannt, geht es nun darum, die Besonderheiten der jeweiligen Krebserkrankung zu erkennen. Dazu nehmen Mediziner:innen die molekularen Eigenschaften der Krebszellen in den Fokus. Das heißt, sie untersuchen, welche genetischen Veränderungen (Mutationen) an den Erbinformationen bei den Krebszellen vorliegen. Dadurch wird es möglich, bestimmte Prognose-, bzw. Risikofaktoren zu erkennen.

Wieso mutieren Krebszellen?

Genetische Veränderungen bei Krebszellen sind nichts Ungewöhnliches.

In gesunden Zellen sorgen Reparaturmechanismen dafür, dass Schäden an der Erbinformation meist schnell repariert werden. Diese Prozesse funktionieren in vielen Krebszellen nur unzuverlässig.

Daher weisen viele entartete Zellen eine besonders hohe Rate von genetischen Veränderungen auf.

Nicht jede Veränderung der Krebszellen hat Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung, einige aber schon. Und bestimmte Mutationen und andere Veränderungen im Erbgut kommen bei Krebszellen immer wieder vor. Speziell auf diese Besonderheiten richtet sich das Interesse der Mediziner:innen im Zusammenhang mit der Präzisionsonkologie.

Denn bei einer Reihe von Mutationen und anderen Erbgutveränderungen der Krebszellen ist mittlerweile erforscht, wie diese sich auf die Entwicklung der Erkrankung auswirken können.

Vorteile der Präzisionsonkologie

Kennen Mediziner:innen die möglichen Auswirkungen von Mutationen und anderen Veränderungen bei Krebszellen, kann ihre Diagnose und die Abschätzung des wahrscheinlichen Krankheitsverlaufs genauer werden. Das erlaubt den Ärzt:innen gegebenenfalls eine bessere, auf die jeweilige Person maßgeschneiderte Therapieempfehlung vorzuschlagen.

Es ist denkbar, dass Therapien dann viel präziser individuell angepasst werden können.

Unnötige Behandlungen können möglicherweise vermieden werden. Zum Beispiel könnte bei bestimmten Krebsarten auf eine Strahlentherapie verzichtet werden, wenn anhand der Veränderungen der Krebszellen sehr wahrscheinlich ist, dass sie wenig ausrichten wird.

Durch wen wird Präzisionsonkologie betrieben?

Voraussetzung für die Anwendung von Präzisionsonkologie ist, dass Proben mit Krebszellen in darauf spezialisierten Laboren auf ihre genetischen Besonderheiten wie Mutationen hin untersucht werden. Die so gewonnen Informationen können von Mediziner:innen diverser Fachrichtungen genutzt werden.

Präzisionsonkologie wird in der Regel in interdisziplinären Teams betrieben. Je nach Krebsart könnten darin neben Onkolog:innen auch Chrirurg:innen, Radiolog:innen, Fachärzt:innen für Strahlentherapie und Ärzt:innen aus anderen Fachrichtungen vertreten sein.

 

Präzisionsonkologie bei CLL: Welche Mutationen können wichtig werden?

Auch bei der Behandlung der CLL kommt die Präzisionsonkologie zum Einsatz. Im Mittelpunkt des Interesses der Mediziner:innen stehen dabei die B-Zellen, die bei einer CLL entarten. Bei ihnen können viele Mutationen vorkommen. Als gesicherte Prognose- bzw. Risikofaktoren für den Verlauf der CLL können unter anderem die folgenden Mutationen dienen:

IGHV-Status

Gene gesunder weißer Blutkörperchen vom Typ der B-Zellen verändern sich nach dem Kontakt mit einem Krankheitserreger, um sich bestmöglich an diesen anzupassen.

Besonders davon betroffen ist eine Genregion, die Forschende als „Variable Region der Immunglobulin-Schwerkette“ (auf englisch „Immunoglobulin heavy chain variable region“) bezeichnen, abgekürzt IGHV).

Bei einer CLL kann es bereits im Reifungsprozess der B-Zellen zu vielfachen Mutationen in dieser Genregion kommen – dann liegt ein sogenannter mutierter IGHV-Status vor.

Bleiben bei Menschen mit CLL diese Mutationen in den entarteten – noch unreifen – B-Zellen aus, spricht man von unmutiertem IGHV-Status.

Meist nimmt die CLL bei Patienten mit unmutiertem IGHV-Status einen aggressiveren Verlauf und spricht schlechter auf eine Chemoimmuntherapie an.

TP53-Mutation und 17p-Chromosomen-Deletion

Das körpereigene Eiweiß p53 spielt eine wichtige Rolle beim Schutz vor Krebs. Wenn es intakt ist, hält es nach einer Erbgutschädigung die Teilung von Zellen mit schadhafter Erbsubstanz auf. Lassen sich die Schäden nicht reparieren, leitet das Eiweiß den Zelltod ein. Durch Veränderungen an den Chromosomen kann das Eiweiß gar nicht oder nur fehlerhaft hergestellt werden.

Möglich ist, dass dem Chromosom, auf dem bei gesunden Menschen die genetische Information für das Eiweiß liegt, genau dieser Abschnitt fehlt. Dann kann die Zelle kein p53 herstellen und man spricht von einer 17p-Chromosomen-Deletion.

Oder das Gen ist verändert und die Zelle kann das Eiweiß nur fehlerhaft produzieren. Fachleute nennen das eine sogenannte TP53–Mutation.

Werden die entsprechenden Genveränderungen festgestellt, so können diese Rückschlüsse auf den weiteren Verlauf und die Behandelbarkeit der CLL zulassen:

CLL-Betroffene mit 17p-Chromosomen-Deletion oder TP53-Mutation gelten als Hochrisiko-Patient:innen. Bei ihnen schreitet die CLL normalerweise rasch voran. Außerdem sprechen solche Patient;innen meist sehr schlecht auf Chemoimmuntherapien an. Daneben haben sie ein höheres Risiko für einen schnelleren Rückfall. Bei ihnen kann daher eine möglichst frühzeitige zielgerichtete Behandlung sinnvoll sein.

Komplexer Karyotyp

Treten in den Chromosomen der Krebszellen drei oder mehr Defekte – bei Größe, Form oder Anzahl – auf, liegt ein sogenannter komplexer Karyotyp vor.

Der komplexe Karotyp gilt als wichtiger Wert zur Vorhersage der weiteren Entwicklung der CLL und der Wirksamkeit bestimmter Therapien. Dabei gilt: Je mehr Defekte in den Krebszellen auftreten, umso schlechter ist die Prognose. Für die Behandlungsteam ist der komplexe Karotyp daher ein wichtig Faktor bei der Entscheidung über die Therapie.

Wann wird der Mutationsstatus bei einer CLL erhoben?

Präzisionsonkologie wird für Menschen mit CLL erst dann ein Thema, wenn die Erkrankung aktiv wird und sich Symptome zeigen. Dann werden die entarteten Zellen im Labor auf ihre Besonderheiten hin untersucht. Je nachdem, ob eine TP53-Mutation / 17p-Chromosomen-Deletion vorliegt, ob es sich um einen komplexen Karyotyp handelt oder nicht und je nach IGHV-Status der CLL-Zellen ergeben sich verschiedene Behandlungsempfehlungen.

Der MRD-Status als Prognosefaktor

An weiteren Biomarkern, die Auskunft über Krebserkrankungen geben, wird geforscht. Ein Messwert, der gerade bei CLL-Therapien wichtig ist, ist die minimale Resterkrankung (MRD). Darunter versteht man die Zahl der nach einer Therapie noch nachweisbaren Krebszellen.

Es ist heute möglich, mit verschiedenen Methoden extrem minimale Mengen an entarteten B-Zellen nachzuweisen. Erst wenn weniger als eine CLL-Zelle auf 100 000 weiße Blutkörperchen kommt, ist ein nicht mehr nachweisbarer MRD-Status erreicht. Studien zeigen, dass sich mit dem MRD die langfristige Wirksamkeit von zielgerichteten Therapien bei einer CLL vorhersagen lässt.

 

Zusammenfassung

Bei der Präzisionsonkologie werden Veränderungen innerhalb der Krebszellen und weitere Messwerte wie der MRD analysiert. Die daraus gewonnen Informationen geben den Mediziner:innen bei der Therapie vieler Krebsarten – und auch der CLL – neue Möglichkeiten für maßgeschneiderte Behandlungen.

Wenn bestimmte Risiko- und Prognosefaktoren bereits früh entdeckt werden, kann frühzeitig eine Prognose zum Erfolg bestimmter Behandlungen erstellt und die Therapie oft entsprechend angepasst werden.

Auf diese Weise können unnötige, möglicherweise belastende Therapien vermieden werden. Auch steigt dann die Wahrscheinlichkeit, früh eine passende Therapie zu finden.

DE-74584/10-24

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Klinische Studien:
Wie laufen sie ab?

By Allgemein

 

Fortlaufend werden neue Therapien entwickelt. Ein oft unverzichtbares Hilfsmittel dabei sind die sogenannten klinischen Studien. Doch was ist das überhaupt? Und was haben CLL-Patient:innen davon?

 

Was sind klinische Studien?

Unter klinischen Studien versteht man wissenschaftliche Untersuchungen mit freiwilligen Teilnehmer:innen, den sogenannten Proband:innen, beziehungsweise Patient:innen. Bei klinischen Studien werden neue und auch bereits etablierte Medikamente an Menschen getestet. An die Verfahren werden hohe Sicherheits- und Qualitätsanforderungen gestellt. Bereits vor Beginn herrschen strenge Auflagen.

Bevor eine klinische Studie überhaupt startet, hat das neue Medikament bereits die sogenannte präklinische Phase durchlaufen. Das bedeutet, dass seine Wirkung, seine Verträglichkeit, die Toxizität und die geplante Dosierung bereits anhand von Zell- und Tierversuchen untersucht worden sind.

Nur erfolgversprechende Wirkstoffe, bei denen das Risiko hinreichend gering ist und der potentielle Nutzen das Risiko deutlich überwiegt, werden anschließend am Menschen getestet.

Die für klinische Studien notwendigen Behandlungen und Untersuchungen können in einer Klinik, aber auch in einer ärztlichen Praxis vorgenommen werden.

 

Welche Vor- und Nachteile kann die Teilnahme an klinischen Studien bringen?

Wenn Patient:innen die Teilnahme an einer klinischen Studie vorgeschlagen wird, gilt es, Pro und Contra abzuwägen.

Mögliche Vorteile:

  • Die Teilnehmer:innen erhalten Zugang zu neuen Behandlungsformen.
  • Dabei werden sie intensiv medizinisch versorgt und gründlich untersucht.
  • Teilnehmer:innen von klinischen Studien leisten einen Beitrag zum Fortschritt der Medizin.
  • Klinische Studien können durch die Teilnehmer:innen jederzeit abgebrochen werden.

Mögliche Nachteile

  • Es gibt keine Garantie, dass das neue Studien-Medikament besser wirkt als andere, bereits erhältliche Medikamente.
  • Auch bei neuen Medikamenten können Nebenwirkungen auftreten.
  • Es ist nicht garantiert, dass alle Teilnehmer:innen tatsächlich das Studien-Medikament bekommen. Es kann sein, dass eine Studiengruppe den neuen Wirkstoff erhält, die andere mit der bereits zugelassenen Therapie behandelt wird. Wenn es um Studien mit Krebspatient:innen gibt werden die Teilnehmer:innen auf jeden Fall behandelt, sofern eine zugelassene Behandlung existiert.
  • Placebos (also Scheinmedikamente) werden in Studien in der Krebsforschung nur noch sehr selten eingesetzt. Grund ist, dass es ethisch nicht vertretbar ist, Patient:innen eine wirksame Therapie vorzuenthalten.

Warum gibt es klinische Studien?

Klinische Studien werden unter anderem benötigt, um neu entwickelte Medikamente auf ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit zu prüfen und damit letztlich auch die allgemeine medizinische Versorgung zu verbessern. Auch geht es darum, mögliche Risikofaktoren wie Nebenwirkungen bei neuen und bereits etablierten Medikamenten zu erkennen, die bislang noch nicht aufgefallen sind.

Wie lange dauern klinische Studien?

Klinische Studien können unterschiedlich lange laufen. Dabei kommt es auf das Medikament und die geplante Wirkung an. Die Studien können bereits nach einigen Monaten abgeschlossen sein, sie können aber auch mehrere Jahre lang andauern.

Spätere Kontrolluntersuchungen beziehungsweise Nachbeobachtungen können die Dauer noch verlängern.

 

Wie sicher sind klinische Studien?

Die Sicherheit der Teilnehmer:innen hat bei klinischen Studien Priorität. Es gelten strenge Rechts- und Sicherheitsbestimmungen, wissenschaftliche und ethische Standards – und das nicht nur für die Durchführung, sondern auch für die Planung, die Dokumentation und die anschließende Berichterstattung.

Die Proband:innen werden medizinisch sehr engmaschig kontrolliert. Wenn nötig – zum Beispiel bei unerwartet starken Nebenwirkungen – werden die Behandlungen sofort abgebrochen. Teilnehmer:innen werden von den Auftraggeber:innen zudem gegen mögliche Schäden versichert.

 

Wer gibt klinische Studien in Auftrag?

Auftraggeber:innen von klinischen Studien sind meist Pharmaunternehmen. Aber auch Institutionen wie Ministerien, Universitäten oder Patientenorganisationen können solche Studien in Auftrag geben.

Bekommen Studienteilnehmer:innen eine Aufwandsentschädigung?

Das ist unterschiedlich und variiert je nach Studie. Mindestens werden jedoch die Fahrtkosten der Patient:innen übernommen.

 

Wie läuft eine klinische Studie ab?

Eine klinische Studie ist in der Regel in 5 Stufen unterteilt:

  1. Das ärztliche Aufklärungsgespräch
    Zunächst klären Ärzt:innen interessierte Patient:innen darüber auf, was erforscht wird, was über das neue Medikament bekannt ist und wie die Behandlung ablaufen würde.
  2. Die Entscheidung
    Auf Grundlage des Gespräches entscheiden die Patient:innen, ob sie an der Studie teilnehmen wollen. Ein Abbruch ist jederzeit möglich.
  3. Der Beginn der Behandlung
    Stimmen Patient:innen der Behandlung im Rahmen einer klinischen Studie grundsätzlich zu, wird zunächst untersucht, ob sie die Voraussetzungen für die Teilnahme erfüllen. Manchmal kommt es vor, dass Patient:innen die Einschlusskriterien nicht erfüllen. Die Teilnehmer:innen, die zugelassen werden, werden dann nach dem Zufallsprinzip aufgeteilt:
    Entweder bekommen die Proband:innen dann während der Laufzeit der Studie das neue Medikament oder die Proband:innen kommen in die sogenannte Kontrollgruppe. Das bedeutet, dass sie nach den Vorgaben der jeweiligen medizinischen Leitlinie behandelt werden, also nach dem aktuellen Stand der Medizin, jedoch nicht mit dem Studien-Medikament.
  1. Die Studie läuft
    Während die Studie läuft, werden die Proband:innen aller Gruppen regelmäßig untersucht. Ärzt:innen und Teilnehmer:innen dokumentieren alle möglichen Beschwerden.
  2. Auswertung
    Nach Ende der Studie werden die Ergebnisse ausgewertet. Die Daten der Proband:innen werden dabei anonymisiert. Wenn es zum Beispiel um ein neues Medikament geht und die Studie erfolgreich ist, kann die Zulassung beantragt werden.

 

Woran erkennt man eine seriöse Studie?

Eine seriöse Studie erkennen Teilnehmer:innen an den folgenden Kriterien:

  • Die Studie erscheint in einem öffentlichen Studienregister wie www.drks.de oder www.clinicaltrials.gov
  • Vor Beginn der Studie liegt ein Studienprotokoll vor. Dieses erklärt, wie die Studie abläuft.
  • Die Auftraggeber:innen einer Studien verpflichten sich, die gewonnenen Ergebnisse zu veröffentlichen.
  • Die Studie basiert auf bereits vorhandenem Wissen, ihr ist eine Literaturrecherche sowie präklinische Untersuchungen vorausgegangen.
  • Die Studie wurde zuvor von einer Ethikkommission genehmigt.

 

Was sollte vor der Teilnahme geklärt werden?

Wenn Sie an einer klinischen Studie teilnehmen möchten, sollten Sie zuvor auf jeden Fall mit Ihrem Behandlungsteam den Ablauf und die Dauer der Studie klären, die geltenden Rahmenbedingungen kennen und den voraussichtlichen Nutzen mit den möglichen Risiken vergleichen. Wichtig ist auch zu wissen, welche Verpflichtungen Sie während der Laufzeit der Studie eingehen (also zum Beispiel Dokumentationspflichten). Gemeinsam mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin wird geprüft, ob Sie die Ihnen bereits vorliegenden Einschlusskriterien wie z. B. Alter, ein bestimmtes genetisches Risiko oder Komorbitäten erfüllen, um an der Studie teilnehmen zu können.

Klinische Studien bei CLL: Was wird erforscht?

Auch Therapien der chronischen lymphatischen Leukämie werden in klinischen Studien erforscht. Eine Übersicht der Uniklinik Köln listet entsprechende Studien auf.

Untersucht werden dabei Primär- und Rezidivtherapien.

Primärtherapien sind Behandlungen, die bei einer neu festgestellten, bisher untherapierten CLL angewendet werden. Rezidivtherapien kommen zum Einsatz, wenn der Krebs nicht mehr auf die ursprünglich angewendete Therapie anspricht und sich die Blutwerte wieder verschlechtern. Diese „Rückkehr“ der Erkrankung wird als Rezidiv bezeichnet.

In den klinischen Studien zur CLL werden zum einen neue Therapien untersucht, aber auch bereits bekannte Behandlungen miteinander kombiniert und verglichen.

Zusammenfassung

Die Zulassung neuer Krebstherapien ist nicht ohne klinische Studien möglich. Teilnehmer:innen solcher Studien leisten daher einen wichtigen Beitrag für die Forschung. Das gilt besonders bei Erkrankungen, die – wie die CLL – als relativ selten gelten. Denn aufgrund der Seltenheit stehen auch weniger potentielle Proband:innen zur Verfügung.

Aber nicht alle Studien sind im individuellen Fall sinnvoll. Interessierte sollten sich die Ziele, Methoden und Rahmenbedingungen vorher genau ansehen und zusammen mit Ihrem Behandlungsteam Chancen und Risiken gegeneinander abwägen.

DE-72743/09-24

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Mehrere Menschen sitzen auf einer Mauer und schauen in die Ferne

Krebs und Sommerhitze: Was tun bei über 30 Grad?

By Allgemein

Die Sommer der vergangenen Jahre waren in Deutschland durch Hitzewellen geprägt. Krebspatient:innen und damit auch Menschen mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) leiden besonders unter den hohen Temperaturen. Dieser Artikel erläutert, warum das so ist – und was Betroffene tun können.

Was passiert bei Hitze im Körper?

Unser Körper kann sich begrenzt an Hitze anpassen. Bei höheren Temperaturen schwitzen wir. Der verdunstende Schweiß kühlt die Haut. Das ist aber nicht alles. Gleichzeitig weiten sich die äußeren Blutgefäße, um möglichst viel Wärme über die Haut abzugeben. Auch die Atemfrequenz steigert sich. So kann noch zusätzlich Wärme über die Lunge abgegeben werden.

Bei großer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit kommen diese Mechanismen allerdings an ihre Grenzen. Zum Beispiel reicht das Schwitzen dann nicht mehr aus, um ausreichend zu kühlen. Starkes Schwitzen hat zudem den Nachteil, dass man Flüssigkeit und Salze (Elektrolyte) verliert. Auch der Kreislauf wird durch die Hitze und die Reaktionen des Körpers belastet, denn durch die geweiteten Blutgefäße sinkt der Blutdruck.

Für ältere Menschen und Patient:innen mit chronischen Erkrankungen wie CLL ist Hitze besonders gefährlich.

Medikamente können zusätzlich belasten

Bei älteren Menschen lässt das Durstgefühl nach. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass sie bei Hitze zu wenig trinken.

Zudem nehmen ältere Menschen häufig Blutdrucksenker oder entwässernde Medikamente (Diuretika) ein. Diese können den Kreislauf zusätzlich belasten und den Flüssigkeitsmangel (medizinisch: Dehydrierung) verstärken. Trotzdem dürfen sie nicht einfach abgesetzt werden, da ansonsten negative gesundheitliche Folgen drohen.

Auch die möglichen Nebenwirkungen von Krebstherapien können den Körper empfindlicher auf Hitzestress reagieren lassen. Und nicht zuletzt können Krebserkrankungen wie CLL den Körper vorbelasten.

Welche Folgen kann zu viel Hitze haben?

Flüssigkeitsmangel, eine Störung des Elektrolythaushalts und niedriger Blutdruck können schwerwiegende Folgen für den Körper haben. Es kann zu Kreislaufschwäche und Herzrasen kommen. Möglich sind auch Bewusstseinsstörungen, Ohnmacht und Nierenkoliken.

Große Hitze erhöht das Risiko für das Auftreten von lebensbedrohlichen Notfällen wie Hitzschlag, Schlaganfall und Herzinfarkt.

 

Wie umgehen mit der Sommerhitze?

Sie können selbst eine Reihe von Dingen tun, um Ihren Körper vor den Folgen der Sommerhitze zu schützen. Schon kleine Maßnahmen können Ihnen helfen, hohe Temperaturen besser zu bewältigen:

  • Viel Trinken
    Am besten eignen sich Mineralwasser (still oder mit Kohlensäure), Saftschorlen und Kräutertees. Auf Alkohol und koffeinhaltige Getränke sollte man besser verzichten.
  • Leichtes Essen
    Idealerweise kommen bei Hitze leicht verdauliche Speisen auf den Tisch – mit viel Obst und Gemüse. Als schnelle Snacks können Salzstangen dienen, sie unterstützen den Salzhaushalt.
  • Haut mit Wasser kühlen
    Duschen oder Fußbäder genießt man bei Hitze am besten lauwarm. Es kann auch helfen, Handgelenke und Nacken mit kaltem Wasser zu kühlen.
  • Leichte Kleidung
    Bei hohen Temperaturen empfiehlt sich luftige Kleidung. Leichte Nacht- und Bettwäsche können den Schlaf in sehr warmen Nächten erträglicher machen.
  • Richtig lüften und abdunkeln
    Am besten lüftet man in den kühleren Morgen- oder Abendstunden. Wenn draußen die Sonne brennt, sollten die Jalousien tagsüber besser unten bleiben. Dann erwärmt sich die Wohnung weniger stark.
  • Überhitzte Orte meiden
    Orte, die sehr heiß werden können, sollte man nach Möglichkeit meiden – wie z. B. das in der prallen Sonne geparkte Auto.
  • Kein längerer Aufenthalt in der Sonne
    Aktivitäten im Freien, die planbar sind, legt man am besten in die Morgen- oder Abendstunden. Lässt sich der Gang nach draußen an sehr heißen Tagen nicht umgehen, Wege und Aufenthalt im Schatten bevorzugen. Insbesondere zwischen 12 Uhr mittags und 16 Uhr nachmittags ist die Sonnenintensität am stärksten. Dann ist es sinnvoll, sich in schattiger Umgebung zu bewegen.
  • An Sonnenschutz denken
    Der Sonnenschutz beginnt bei der Kleidung. Ein Hut oder eine Mütze schützen die Kopfhaut vor UV-Licht, häufig ist auch eine Sonnenbrille empfehlenswert. Ausreichend eincremen mit hohem Sonnenschutzfaktor ist ein Muss. Speziell Krebspatient:innen sollten auch darauf achten, ob ihre Haut durch Medikamente empfindlicher auf Sonnenlicht reagiert. Einige Krebsmedikamente haben eine sogenannte photosensibilisierende Wirkung. Im Zweifel fragt man bei der Ärzt:in danach.
  • Auf UV-Index achten
    Darüber, wie stark die Sonneneinstrahlung ist, und wie hoch die Gefahr eines Sonnenbrands sind, gibt der UV-Index Auskunft. Er umfasst eine Skala von 1 bis 11 und höher und gibt je nach Indexstufe Hinweise, wie man sich verhalten sollte. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) misst den UV-Index an 43 Orten in Deutschland und stellt die Werte im Internet auf einer Karte dar.
  • Hilfe annehmen
    Menschen, die sehr unter der Wärme leiden, sollten sich nicht scheuen, Angehörige und Freunde, die die hohen Temperaturen besser vertragen, um Hilfe zu bitten oder angebotene Hilfe auch anzunehmen, z. B. wenn es um Erledigungen in der Mittagshitze geht.

 

Zusammenfassung

Der menschliche Körper kann sich nur bis zu einem gewissen Grad an Hitze anpassen. Krebspatient:innen leiden häufig besonders unter hohen Temperaturen und können sich oft auch nicht so gut darauf einstellen wie Gesunde. Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die (nicht nur) Menschen mit Krebs treffen können, um für anhaltend hohe Temperaturen besser gerüstet zu sein. Und die nächsten heißen Tage kommen bestimmt.

DE-73518/08-24

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10 Fragen zum Blut:
Menge, Bestandteile, Aufgaben

By Allgemein

Das menschliche Blut ist ein ganz besonderer Saft. Die lebenswichtige Flüssigkeit erfüllt viele unterschiedliche Aufgaben in unserem Körper − von der Sauerstoffversorgung über den Abtransport von Kohlendioxid bis zur Abwehr von Krankheitserregern (um nur einige Hauptaufgaben zu nennen).

Um Erkrankungen des Blutes wie die chronische lymphatische Leukämie (CLL) zu verstehen, sollte man die Bestandteile des Blutes und ihre Funktionen kennen.

Lesen Sie hier wissenswerte Antworten auf 10 Fragen zum Thema Blut.

 

Wie viel Blut haben wir eigentlich?

Das ist von Mensch zu Mensch verschieden. Es kommt auf das Geschlecht und das Körpergewicht an. Ein Mann, der 70 Kilogramm auf die Waage bringt, dürfte 5 bis 6 Liter Blut in sich tragen. Eine Frau, die 60 kg wiegt, dürfte ca. 3,5 bis 4 Liter Blut haben.

Die Menge Blut, die ein Neugeborenes von 3,5 Kilogramm Gewicht im Körper hat, liegt vom Volumen her mit knapp 300 Milliliter im Durchschnitt etwas unter dem Inhalt einer handelsüblichen Getränkedose.

 

Welche Blutzellen sind die größten?

Die festen Bestandteile des Blutes, also rote und weiße Blutkörperchen und Blutplättchen, sind nur unter dem Mikroskop sichtbar. Ihre Größe wird in Mikrometern gemessen. Ein Mikrometer entspricht einem millionstel Meter. Die Abkürzung für Mikrometer ist „µm“.

Mal zum Vergleich: Ein feines menschliches Kopfhaar hat einen Durchmesser von 50 bis 90 µm. Ein rotes Blutkörperchen, ein Erythrozyt, hat hingegen nur einen Durchmesser von etwa 7,5 µm.

Rote Blutkörperchen haben eine im Zentrum abgeflachte Form. Dort können sie auch lediglich etwa einen Mikrometer dick sein.

Einige Arten der weißen Blutkörperchen stellen die roten Blutkörperchen in Sachen Größe deutlich in den Schatten.

Die größten Zellen des Blutes sind weiße Blutkörperchen vom Typ der Monozyten. Sie können eine Größe von 15 bis 20 µm im Durchmesser erreichen.

Welche Blutzellen sind die kleinsten?

Die kleinsten Zellen im Blut sind die Blutplättchen, die Thrombozyten. Ihr Durchmesser beträgt nur 1 bis 4 µm. Sie sind für die Blutgerinnung zuständig.

Wie groß sind die für die CLL verantwortlichen B-Zellen?

Die CLL hat ihren Ursprung darin, dass sich Zellen aus einer Unterart der weißen Blutkörperchen bösartig verändern. Betroffen sind die sogenannten reifen B-Zellen (B-Lymphozyten). Sie haben einen Durchmesser von 6 bis 8 µm.

 

Wie viele Blutzellen schwimmen in einem Mikroliter Blut?

Selbst im winzigen Volumen eines Mikroliter Bluts (das ist ein millionstel Liter) tummeln sich weit mehr Zellen als zum Beispiel die Stadt Berlin Einwohner hat.
Im Durchschnitt finden sich in einem Mikroliter bei gesunden Erwachsenen:

  • Rote Blutkörperchen: Bei Männern 4,5 bis knapp 6 Millionen. Bei Frauen im Schnitt etwas weniger: etwa 4−5 Millionen. Die roten Blutkörperchen sind anteilsmäßig die größte Gruppe der Blutzellen im menschlichen Körper.
  • Weiße Blutkörperchen: Im Durchschnitt finden sich 4.000 bis 10.000 weiße Blutkörperchen pro Mikroliter.
    Bei Menschen mit CLL ist diese Zahl durch die krankhafte Vermehrung der weißen Blutkörperchen vom Typ der B-Lymphozyten (B-Zellen) in der Regel erhöht.
  • Blutplättchen: Nicht zu vergessen sind die Blutplättchen. In einem Mikroliter Blut tummeln sich davon rund 150.000 bis 400.000.

Wie viele krankhaft veränderte B-Zellen haben Menschen mit CLL pro Mikroliter Blut?

Das kommt natürlich sehr auf den Krankheitsverlauf, das Stadium der Erkrankung und die Therapie an. Ein Kriterium zur Diagnose einer CLL ist, wenn mindestens drei Monate lang 5000 oder mehr veränderte B-Zellen pro Mikroliter Blut nachgewiesen werden.

 

Was ist noch im Blut außer Zellen?

Zellen machen bei Gesunden etwa 45 Prozent des Blutvolumens aus. 55 Prozent des Blutes bestehen aus dem sogenannten Blutplasma. Das ist eine gelbliche leicht trübe Flüssigkeit. Diese besteht vor allem aus Wasser. Sie enthält aber eine Vielzahl von Eiweißverbindungen und gelösten Stoffen.

Das Plasma transportiert zum Beispiel auch Nährstoffe und Botenstoffe.

 

Was passiert, wenn man zu wenig rote Blutkörperchen hat?

Wenn die Menge der roten Blutkörperchen einen bestimmten (bei Frauen und Männern unterschiedlichen) Grenzwert unterschreitet, spricht man von Blutarmut, der sogenannten Anämie.

Blutarmut kann verschiedene Gründe haben.

Menschen mit einer Anämie haben oft eine auffallend helle Haut. Sie können unter Symptomen wie Müdigkeit, Schwäche, Luftnot, Leistungsminderungen oder Kopfschmerzen leiden.

Wie lange leben Blutzellen?

Die Zellen im Blut haben normalerweise eine begrenzte Lebenszeit. Sie werden daher ständig neu gebildet. Rote Blutkörperchen kommen auf immerhin etwa 120 Tage. Blutplättchen und weiße Blutkörperchen vom Typ der Granulozyten auf lediglich acht bis zwölf Tage. Nach Ablauf dieser Zeit setzt bei gesunden Zellen der sogenannte programmierte Zelltod ein.

Bei Menschen mit CLL ist dieser programmierte Zelltod bei den krankhaft veränderten B-Zellen außer Kraft gesetzt. Diese Zellen würden normalerweise (nach einem unterschiedlich langen Zeitraum) auch irgendwann absterben. Bei einer CLL existieren sie jedoch weiter und sammeln sich mit der Zeit im Körper an.

Wie viele Blutzellen sterben pro Sekunde ab?

Bei gesunden Menschen sterben jede Sekunde etwa zwei Millionen Blutzellen ab – und werden dann durch neu gebildete ersetzt. Normalerweise besteht ein Gleichgewicht zwischen absterbenden und neu produzierten Blutzellen.

 

Zusammenfassung

Das menschliche Blut leistet Erstaunliches. Um das Krankheitsbild der CLL zu verstehen, kann es sehr hilfreich sein, sich eingehender mit den Blutwerten und den Aufgaben der einzelnen Zelltypen zu beschäftigen. Speziell die Entwicklung der B-Zellen sind dabei wichtig.

DE-70149/05-24

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